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Nahrung und Jagdgewohnheiten
Fast jedes lebende Wesen im Ozean ist eine mögliche Beute für den großen
Weißen Hai - je größer, desto besser. Thunfische, Marline (das sind
makrelenartige Fische) und Schwertfische sind seine Lieblingsspeise,
während Seelöwen, Robben und Delphine als akzeptable
"Zwischenmahlzeiten" ebenso willkommen sind.
Die meisten Weißen Haie jagen allein, obwohl sich manchmal mehrere von
ihnen um eine tote Beute scharen können, wenn sich deren Blut im Wasser
verteilt hat.
Es gibt keine aktuellen Untersuchungen über die tägliche Nahrungsmenge
des Weißen Hais, denn es hängt von der Wassertemperatur ab und davon,
was er in seiner Umgebung Fressbares findet.

Man nimmt an, dass der Weiße Hai stets frisst, wenn
er auf Beute trifft, ohne Rücksicht darauf, dass er kurz vorher
möglicherweise gerade sehr viel gefressen hat. Wenn es sein muss, kann
er dann längere Zeit ohne Nahrung auskommen.
Lebenswichtig für die erfolgreiche Jagd ist der scharfe Geruchssinn des
Hais, sein wichtigster Sinn beim Aufspüren der Beute im Wasser. Tausende
von winzigen Löchern übersäen seine Nasenspitze und bilden das wichtige
Nervenzentrum. Aufgrund seines hoch entwickelten Geruchssinns kann er
die geringsten Mengen Blut im Wasser riechen. Versuche haben gezeigt,
dass ein Weißer Hai einen Tropfen Blut in 4,6 Millionen Liter Wasser
riechen kann.
Wenn ein Weißer Hai seine Beute erst einmal ausgemacht hat, hat diese
kaum noch eine Chance. Die bis zu siebeneinhalb Zentimeter langen,
dreieckigen Zähne sind absolut tödlich. Sie besitzen gezackte Kanten zu
Packen der Beute.
Wie alle Haie kann der Weiße Hai abgebrochene Zähne ersetzen. Sie
wachsen nach und ruhen im Kiefer, bis sie benötigt werden.

Lebensweise
Wissenschaftler glauben, dass Weiße Haie, wenn sie
ein bestimmtes Verhältnis von Länge zu Gewicht erreicht haben, einen
völligen Wandel ihrer Lebensgewohnheiten erfahren. Es scheint, als ob
Tiere, die "zufrieden" in den oberen Wasserschichten gelebt haben, ganz
plötzlich ihre angestammten Jagdgründe verlassen und für immer in den
dunklen Tiefen des Ozeans verschwinden. Es wird auch für
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möglich gehalten, dass der Weiße Hai, wie auch der
Lippfische und der Blaue Marlin, eine Geschlechtsumwandlung von männlich
zu weiblich durchmacht, wenn er eine bestimmte Größe erreicht hat.
Vielleicht sichert die Natur auf diese Weise das Überleben der Art, denn
ein großer, gesunder Fisch hat eine bessere Chance, ein gesundes Junges
zur Welt zu bringen.

Über die Fortpflanzung selbst ist beim Weißen Hai
sehr wenig bekannt. Man nimmt an, dass die Weibchen lebend gebären und
nur ein einziges Junges zur Welt bringen.
Weißer Hai und Mensch
Viele Angriffe von Haien auf Menschen stellten sich
als das Werk des Weißen Hais heraus, wobei er anhand der Zahnabdrücke in
zerfetzten Surfbrettern und beschädigten Booten einwandfrei
identifiziert wurde.
Der Weiße Hai selbst ist eine begehrte Beute von Hobby-Anglern, die ihn
als den größten Fang ihres Lebens betrachten. Man erkennt ihn deutlich
an seiner hohen und dreieckigen Rückenflosse und dem halbmondförmigen,
kraftvollen Schwanz. Haie werden eher aus sportlichen Gründen gejagt,
weniger wegen ihres Fleisches, das nicht sonderlich gut schmeckt. Das
liegt daran, dass sein Urin direkt durch das Fleisch aus dem Körper
durch die haut ausgeschieden wird.

Über den Weißen Hai ist erstaunlich wenig bekannt.
Versuche, ihn in seiner natürlichen Umgebung zu studieren, sind bisher
gescheitert, zum einen, da er sehr selten ist, und zum anderen, weil er
sich ständig in Bewegung halten muss. Er muss den ganzen Tag über eine
"Reisegeschwindigkeit" von dreieinhalb Kilometer in der Stunde
einhalten, um sicherzustellen, dass der Sauerstoff seinen Blutstrom
erreicht. Wurde man einen Weißen Hai rückwärts durchs Wasser ziehen,
würde er innerhalb weniger Minuten ersticken.
Versuche haben gezeigt, dass man ihn nicht in Gefangenschaft halten und
deshalb dort auch nicht beobachten kann. Dafür existieren umso mehr
mythologische Geschichten über den Weißen Hai, besonders bei den
abergläubischen Menschen der Pazifischen Inseln.
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