Der Jaguar
 

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Der Jaguar ist die größte Wildkatze Amerikas. In freier Wildbahn ist er nur noch selten anzutreffen, weil früher wegen seines wunderschönen Fells Jagd auf ihn gemacht wurde.
 

Aussehen

Jaguare werden 68 bis 76 cm hoch. und 112 bis 185 cm lang. Ein ausgewachsenes Männchen kann bis zu 100 kg schwer werden, die kleineren Weibchen bis etwa 90 kg.
Der Jaguar wird oft verwechselt mit dem Leopard, der ihm sehr ähnlich ist. Es gibt jedoch einige deutliche Unterschiede zwischen den beiden Großkatzen:

Aufzählung

Die Musterung des Jaguarfells ist größer und dichter als bei einem Leoparden.

   

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Der Kopf des Jaguars ist größer und breiter als der des leichteren Leoparden.

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Das Maul des Leoparden ist schmaler und wirkt weniger mächtig.

Aufzählung

Trotz der sehr ähnlichen Körperformen beider Tiere weist der Jaguar einen schwereren Körperbau mit einer stämmigen Erscheinung und kräftigeren Beinen auf (schwarz: Jaguar, weiß: Leopard).

Nicht selten sind Jaguare auch ganz schwarz. Bei diesem hier kann man trotzdem die Fellzeichnung deutlich erkennen.


Lebensweise

Der Jaguar lebt in verschiedenen Lebensräumen, die von dichtem Dschungel über Buschland bis hin zu Schilfdickicht und Küstenwäldern reichen. Er ist auch in offener Landschaft anzutreffen, vorausgesetzt, Gras und Felsen geben ihm ausreichend Deckung zum Jagen.
Tagsüber faulenzen Jaguare gern in den Ästen von Bäumen. Zum Jagen werden sie am liebsten nachts aktiv.

Ausgewachsene Jaguare sind außerhalb der Paarungszeit, in der Männchen und Weibchen für kurze Zeit zusammenbleiben, Einzelgänger. Die Jungen bleiben die ersten Lebensjahre bei der Mutter, bevor sie die Familie verlassen und sich ein eigenes Jagdrevier suchen.
Die Größe des Jagdgebietes richtet sich nach dem Nahrungsangebot. Ist reichlich Nahrung vorhanden, zum Beispiel in einem unberührten Waldgebiet, dann reicht dem  Jaguar zur Nahrungssuche ein Territorium mit einem Durchmesser von rund fünf Kilometern. Bei Futterknappheit, etwa in einem abgeholzten Waldgebiet, kann es durchaus sein, dass er ein Jagdterritorium von 500 Quadratkilometern - also ein 30mal größeres Gebiet - durchstreifen muss.
Übrigens ist der Jaguar die einzige Großkatze, die nicht brüllt!

Fortpflanzung

Über das Familienleben der wildlebenden Jaguare ist sehr wenig bekannt. Viele Jahre lang wurden sie wegen ihres Fells gejagt. In den 60er Jahren wurden im brasilianischen Teil des Amazonas-Dschungels jährlich über 1000 Tiere getötet. Die Jäger entwickelten sich beim Auffinden und Erlegen der Tiere zu Experten, schenkten aber deren Lebensweise wenig Beachtung.
Heute tun sich Biologen schwer bei dem Versuch, Jaguare in freier Wildbahn zu beobachten, da es nur noch wenige von ihnen gibt. Die meisten Informationen beziehen sie von Zoos, wo Jaguare sich mit Erfolg fortpflanzen.
Es scheint, dass sich Männchen und Weibchen im Freiland nur zur Paarung treffen. Das Männchen verlässt das Weibchen sofort danach, und das Weibchen zieht seine Jungen allein groß. Das Weibchen bringt ein bis vier Junge pro Wurf zur Welt, sie sind bei der Geburt blind und wiegen nur 700 bis 900 Gramm. Nach zwei Wochen öffnen die Jaguarbabys die Augen.

In den folgenden Wochen fangen sie and, die Umgebung ihres Versteckes zu erforschen, bis sie - mit etwa sechs Monaten - zusammen mit der Mutter auf Jagdzüge gehen. Die jungen Jaguare leben und jagen mit der Mutter etwa während der ersten zwei Lebensjahre, danach verlassen sie sie und suchen sich ein eigenes Jagdgebiet.
In Gefangenschaft können Jaguare bis zu 22 Jahre alt werden.


Nahrung und Jagd

Jaguare sind zwar gute Kletterer, doch sie jagen vorwiegend am Boden und am liebsten nachts. Sie klettern allerdings auf Bäume, um dort auf die Beute zu lauern.
Der Jaguar ist auch ein schneller Kurzstreckenläufer, der aber rasch ermüdet. Der Erfolg seiner Beutejagd hängt deshalb davon ab, ob er seinem Opfer auflauern und sich nah genug an das ahnungslose Tier heranpirschen kann. Seine Hauptnahrung besteht aus Waldtieren, in der Größe von einer Maus bis zum Hirsch. Zusätzlich ist er ein guter Schwimmer und fängt dabei Frösche, Fische, Schildkröten und kleinere Alligatoren.

Beim Fischfang ist der Jaguar besonders geschickt. Er lauert regungslos auf einem Felsen oder auf einem überhängenden Ast und schlägt dann die Fische mit seinen Pfoten aus dem Wasser heraus ans Ufer.
Nach dem Reißen zieht er seine Beute in ein Versteck, bevor er zu fressen beginnt.


Jaguar und Mensch

Früher fand man Jaguare überall zwischen Arizona und Argentinien, aber durch rücksichtslose Jagd wurden sie in den meisten Gegenden beinahe oder ganz ausgerottet. In vielen Ländern haben rasch zunehmende Waldrodungen zur Schaffung von Viehweiden und neuen Siedlungen das von Jägern begonnene "Werk" vollendet. In Venezuela sollen Jaguare noch recht häufig sein, doch in allen anderen Gebieten sind sie vom Aussterben bedroht. In ganz Argentinien leben schätzungsweise nur noch knapp 200 Jaguare. Bald wird es dieses wunderschöne Tier nur noch in Zoos geben.

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