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Aussehen
Jaguare werden 68 bis 76 cm hoch. und 112 bis 185 cm lang. Ein
ausgewachsenes Männchen kann bis zu 100 kg schwer werden, die kleineren
Weibchen bis etwa 90 kg.
Der Jaguar wird oft verwechselt mit dem Leopard, der ihm sehr ähnlich ist.
Es gibt jedoch einige deutliche Unterschiede zwischen den beiden
Großkatzen:
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Die Musterung des Jaguarfells ist größer und dichter als bei einem
Leoparden.
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Der Kopf des Jaguars ist größer und breiter als der des leichteren
Leoparden.
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Das Maul des Leoparden ist schmaler und wirkt weniger mächtig.
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Trotz der sehr ähnlichen Körperformen beider Tiere weist der Jaguar einen
schwereren Körperbau mit einer stämmigen Erscheinung und kräftigeren
Beinen auf (schwarz: Jaguar, weiß: Leopard).
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Nicht selten sind Jaguare auch ganz schwarz. Bei diesem hier kann man
trotzdem die Fellzeichnung deutlich erkennen.

Lebensweise
Der Jaguar
lebt in verschiedenen Lebensräumen, die von dichtem Dschungel über
Buschland bis hin zu Schilfdickicht und Küstenwäldern reichen. Er ist
auch in offener Landschaft anzutreffen, vorausgesetzt, Gras und Felsen
geben ihm ausreichend Deckung zum Jagen.
Tagsüber faulenzen Jaguare gern in den Ästen von Bäumen. Zum Jagen werden
sie am liebsten nachts aktiv.

Ausgewachsene
Jaguare sind außerhalb der Paarungszeit, in der Männchen und Weibchen
für kurze Zeit zusammenbleiben, Einzelgänger. Die Jungen bleiben die
ersten Lebensjahre bei der Mutter, bevor sie die Familie verlassen und
sich ein eigenes Jagdrevier suchen.
Die Größe des Jagdgebietes richtet sich nach dem Nahrungsangebot. Ist
reichlich Nahrung vorhanden, zum Beispiel in einem unberührten
Waldgebiet, dann reicht dem Jaguar zur Nahrungssuche ein
Territorium mit einem Durchmesser von rund fünf Kilometern. Bei
Futterknappheit, etwa in einem abgeholzten Waldgebiet, kann es durchaus
sein, dass er ein Jagdterritorium von 500 Quadratkilometern - also ein
30mal größeres Gebiet - durchstreifen muss.
Übrigens ist der Jaguar die einzige Großkatze, die nicht brüllt!
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Fortpflanzung
Über das
Familienleben der wildlebenden Jaguare ist sehr wenig bekannt. Viele
Jahre lang wurden sie wegen ihres Fells gejagt. In den 60er Jahren
wurden im brasilianischen Teil des Amazonas-Dschungels jährlich über
1000 Tiere getötet. Die Jäger entwickelten sich beim Auffinden und
Erlegen der Tiere zu Experten, schenkten aber deren Lebensweise wenig
Beachtung.
Heute tun sich Biologen schwer bei dem Versuch, Jaguare in freier Wildbahn
zu beobachten, da es nur noch wenige von ihnen gibt. Die meisten
Informationen beziehen sie von Zoos, wo Jaguare sich mit Erfolg
fortpflanzen.
Es scheint, dass sich Männchen und Weibchen im Freiland nur zur Paarung
treffen. Das Männchen verlässt das Weibchen sofort danach, und das
Weibchen zieht seine Jungen allein groß. Das Weibchen bringt ein bis
vier Junge pro Wurf zur Welt, sie sind bei der Geburt blind und wiegen
nur 700 bis 900 Gramm. Nach zwei Wochen öffnen die Jaguarbabys die
Augen.

In den
folgenden Wochen fangen sie and, die Umgebung ihres Versteckes zu
erforschen, bis sie - mit etwa sechs Monaten - zusammen mit der Mutter
auf Jagdzüge gehen. Die jungen Jaguare leben und jagen mit der Mutter
etwa während der ersten zwei Lebensjahre, danach verlassen sie sie und
suchen sich ein eigenes Jagdgebiet.
In Gefangenschaft können Jaguare bis zu 22 Jahre alt werden.
Nahrung und Jagd
Jaguare sind zwar gute Kletterer, doch sie jagen vorwiegend am Boden und
am liebsten nachts. Sie klettern allerdings auf Bäume, um dort auf die
Beute zu lauern.
Der Jaguar ist auch ein schneller Kurzstreckenläufer, der aber rasch
ermüdet. Der Erfolg seiner Beutejagd hängt deshalb davon ab, ob er
seinem Opfer auflauern und sich nah genug an das ahnungslose Tier
heranpirschen kann. Seine Hauptnahrung besteht aus Waldtieren, in der
Größe von einer Maus bis zum Hirsch. Zusätzlich ist er ein guter
Schwimmer und fängt dabei Frösche, Fische, Schildkröten und kleinere
Alligatoren.

Beim Fischfang ist der Jaguar besonders geschickt. Er lauert regungslos
auf einem Felsen oder auf einem überhängenden Ast und schlägt dann die
Fische mit seinen Pfoten aus dem Wasser heraus ans Ufer.
Nach dem Reißen zieht er seine Beute in ein Versteck, bevor er zu fressen
beginnt.
Jaguar und Mensch
Früher fand man Jaguare überall zwischen Arizona und Argentinien, aber
durch rücksichtslose Jagd wurden sie in den meisten Gegenden beinahe
oder ganz ausgerottet. In vielen Ländern haben rasch zunehmende
Waldrodungen zur Schaffung von Viehweiden und neuen Siedlungen das von
Jägern begonnene "Werk" vollendet. In Venezuela sollen Jaguare noch
recht häufig sein, doch in allen anderen Gebieten sind sie vom
Aussterben bedroht. In ganz Argentinien leben schätzungsweise nur noch
knapp 200 Jaguare. Bald wird es dieses wunderschöne Tier nur noch in
Zoos geben.
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