Die Pyramiden von Gizeh in Ägypten gehören zu den bekanntesten und ältesten Bauwerken der Menschheit. Sie befinden sich am westlichen Rand des Niltals, etwa acht Kilometer südwestlich der Stadt Gizeh. Sie sind rund 15 km vom Stadtzentrum der ägyptischen Hauptstadt Kairo entfernt. Sie sind das einzige erhaltene der sieben Weltwunder der Antike.
Aber wozu dienten diese mächtigen Bauwerke? Die meisten Ägyptologen neigen dazu zu glauben, dass sie Gräber königlicher Personen waren, wobei sie sich auf die Berichte von verschiedenen Geschichtsschreibern des Altertums berufen. Andere halten die Pyramiden für symbolische Bauwerke, für Tempel zum Vollzug verschiedener Riten oder für prophetische Einrichtungen, die es ermöglichten, die Zukunft vorauszusagen.

 

Baugeschichte

Die Pyramiden entstanden etwa zwischen 2620 bis 2500 v. Chr. Sie wurden auf einem rund 1000 mal 2000 m großen Kalksteinplateau errichtet, wobei mit dem Bau der Pyramiden auch Nebenpyramiden, Tempelanlagen, Gräberfelder und Arbeiterdörfer entstanden.

Entgegen früherer Annahmen ist man heutzutage der Ansicht, dass keineswegs eine Armee von Sklaven diese Bauwerke errichtet hat. Vielmehr sollen sie von Bauern aus dem ganzen Land erbaut worden sein, welche in der unfruchtbaren Jahreszeit des Ackerbaus (während der Zeit der Überschwemmungen) zu dieser Arbeit herangezogen wurden.
Wie die Pyramiden erbaut wurden oder wie lange man dafür brauchte (die Schätzungen für die Cheops-Pyramide liegen bei 30 Jahren und 100.000 Arbeitern), wissen heute nicht einmal die Wissenschaftler so genau. Wie konnten die Menschen damals so riesige Steine fortbewegen, aufstellen und übereinander türmen? Ein einzelner Stein der Cheops-Pyramide wiegt zum Beispiel etwa 2.650 kg. Die Granitsteine, die zum Deckenbau der Königskammer der Cheops-Pyramide verwendet wurden, wiegen sogar etwa 50 t (50.000 kg)!
Und wie wurden die Steine bearbeitet? Damals gab es noch keine Metallwerkzeuge, sondern nur relativ weiches Kupfer.
Es gibt verschiedene Theorien, wie die Ägypter gearbeitet haben könnten. Man geht davon aus, dass sie alle möglichen Arten von Geräten gebaut haben, wie z. B. Hebesysteme oder Rampen.

Aber Beweise gibt es dafür keine. Genauso wenig wie für die Annahme, dass bei den Arbeiten vielleicht sogar Außerirdische eine Hilfe gewesen sein könnten, wie der Schweizer Schriftsteller Erich von Däniken vermutet.
Wie auch immer sie gearbeitet haben, unbestritten ist auf jeden Fall, dass sie großartige Handwerker und Techniker waren, die aus den primitiven Hilfsmitteln ihrer Zeit das Beste herausgeholt haben.


Große Pyramide (Cheops-Pyramide)

Die größte, älteste und vermutlich bekannteste Pyramide ist die des Pharao Cheops. Er regierte etwa um 2620 - 2580 v. Chr.

Die Cheops-Pyramide war ursprünglich 146,6 m hoch (heute: 138,75 m), die Seitenlänge betrug 230,33 m (heute: ca. 225 m). Sie wurde aus rund 3 Millionen Steinblöcken errichtet, deren durchschnittliches Gewicht jeweils bei ca. 2,5 t liegt und war komplett mit Kalksteinplatten verkleidet. Im Inneren befindet sich die Große Galerie, 8,5 m hoch und 47 m lang. Die Cheops-Pyramide ist die höchste Pyramide der Welt.
Über ihren Zweck gibt es unterschiedliche Theorien aus verschiedenen Wissenschaftszweigen. Der Ägyptologie zufolge war die Große Pyramide wahrscheinlich das Grabmal des ägyptischen Pharao Chufu, weitaus bekannter unter seinem griechischen Namen Cheops. Diese Pyramide bildet zusammen mit ihren Schwestern, der Chephren-Pyramide und der Mykerinos-Pyramide, zugleich das älteste und letzte noch existierende Weltwunder der Antike. Sie ist genau nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet, und der Unterschied in den Längen ihrer vier Seiten beträgt weniger als ein Promille (= ein Tausendstel).

Oft wird sie mit der Chephren-Pyramide, der zweitgrößten ägyptischen Pyramide, verwechselt. Die Chephren-Pyramide ist die mittlere der drei Pyramiden von Gizeh und wirkt größer als die des Cheops, da sie auf einem höheren Felsen errichtet wurde und deshalb ca. 10 m höher steht, aber knapp 3 m niedriger in ihrer Ursprungsgröße ist.Die Cheops-Pyramide unterscheidet sich in ihrem inneren Aufbau deutlich von den anderen Pyramiden Ägyptens und den beiden weiteren Pyramiden von Gizeh, da sie nicht nur eine, sondern als einzige der ägyptischen Pyramiden insgesamt drei Grabkammern besitzt – und darüber hinaus die so genannte „große Galerie” besitzt. Die größere Zahl von Kammern und Gängen, die überaus präzise Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen sowie die hervorragende Verarbeitung begründen also ihre Einzigartigkeit.


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Es gibt insgesamt drei Kammern in der Pyramide des Cheops:

  1. die so genannte „Felsenkammer” unterhalb der Pyramide im natürlichen Felsengestein (nach Meinung der Forscher wollten die Erbauer mit dieser unfertigen Kammer die Unterwelt darstellen)

  2. die so genannte „Königinnen-Kammer” (deren Name daher rührt, dass man in der Anfangszeit Archäologie/Ägyptologie hier das Grab der Gemahlin des Pharaos vermutete)

  3. die so genannte „Königskammer”: In ihr kann man noch heute die Überreste eines steinernen Sarkophags besichtigen.


Mittlere Pyramide (Chephren-Pyramide)

Die mittlere der drei Pyramiden ist die des Pharao Chephren. Er regierte etwa 2558 bis 2532 v. Chr.

Die Chephren-Pyramide war ursprünglich 143,5 m hoch (heute: 136,4 m), die Seitenlänge betrug 215,25 m. Wie auch die Cheops-Pyramide war sie komplett mit Kalksteinplatten verkleidet.
Die Chephren-Pyramide ist nicht nur die zweithöchste der Pyramiden von Gizeh, sondern auch die zweithöchste aller ägyptischen Pyramiden. Pharao Chephren, der hier bestattet wurde, war der Sohn von Pharao Cheops.
Die meisten Ägyptologen halten Chephren für den Erbauer der Sphinx, zumal diese auf seine Pyramide ausgerichtet scheint.


Kleine Pyramide (Mykerios-Pyramide)

Die kleinste der drei Pyramiden ist die des Pharao Mykerinos. Er regierte etwa 2532 bis 2503 v. Chr.

Die Mykerinos-Pyramide war ursprünglich 65 m hoch, womit sie nicht mal halb so hoch wie die beiden anderen Pyramiden ist. Die Seitenlänge betrug 102,2 m x 104,6 m. Der obere Teil der Pyramide war, ebenso wie die Cheops-Pyramide und die Chephren-Pyramide, mit Kalksteinplatten verkleidet. Die unteren 16 Lagen bestehen jedoch aus Rosengraniteinfassungen. Dass nicht die ganze Pyramide mit Kalksteinplatten fertig verkleidet war, lässt darauf schließen, dass Mykerinos vor Fertigstellung seines Grabmals verstarb. Dennoch ließ er seine Pyramide prächtig gestalten.
Mykerinos war ebenfalls der Sohn von Pharao Chephren. Mykerinos folgte seinem Vater auf den Thron.


 

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