Blaumeisen, bekannt und beliebt für ihre Keckheit und akrobatische Geschicklichkeit, sind widerstandsfähige und neugierige Bewohner unserer Waldgebiete und Siedlungen. Das leuchtend blaue und gelbe Gefieder der Blaumeise sowie ihre Angewohnheit, unsere Hausgärten zu besuchen und sich dort an Vogelfutter zu laben, hat sie zu einem der beliebtesten und bekanntesten einheimischen Vögel werden lassen.
 

Lebensraum

Blaumeisen sind in fast allen Laub- und Mischwäldern Mitteleuropas heimisch. Erheblich seltener sieht man sie in Nadelwäldern, die ihnen weniger zusagen.

Im Frühling und Sommer meiden sie junge Waldgebiete, in denen die Bäume zu klein sind, um schon die Höhlen zu haben, die sie zum Nisten brauchen. Im Herbst und Winter kann man sie in alten und jungen Wäldern gleichermaßen sowie in Schilfbeständen und Hecken finden. Zu dieser Jahreszeit tun sie sich häufig mit anderen Meisenarten zusammen und bilden große, lose Trupps, die auf Nahrungssuche durch die Waldungen ziehen. Durch ihre größere Anzahl sind sie sicherer vor Beutegreifern wie dem Sperber.
Blaumeisen werden häufig bei der Nahrungssuche in Gärten gesehen, wo sie auch in Nistkästen brüten.


Fortpflanzung

Ziemlich früh im Jahr, normalerweise etwa ab Februar, machen sich die Blaumeisen auf die Suche nach einer geeigneten Nisthöhle.

Ideale Nistplätze sind ein bis 15 Meter hoch gelegene kleine Löcher oder schmale Spalten in Bäumen oder an anderen Stellen.
Männchen und Weibchen suchen gemeinsam nach Nistlöchern, aber wenn das Männchen einen geeigneten Platz gefunden hat, lockt es das Weibchen durch Flügelschlagen und Rufe an. Dann schlüpft es durch das Flugloch, ruft weiter nach dem Weibchen und hofft, dass es den Platz für gut befindet.
Das Weibchen weist oft erst einmal einige Plätze zurück, bevor es sich für den richtigen Nistplatz entscheidet.
Das Nest baut das Weibchen allein, indem es eine Menge Moos und andere Materialien zum Nistplatz bringt. Mit der Brust schiebt es diese an den Rand der Höhlung, bis es die typische Napfform hat. Am Ende kleidet es das Nest mit feinen Federn aus.
Blaumeisen legen sieben bis 13 Eier. Während des Legens und der Bebrütung verteidigt das Männchen das Gebiet rund um den Nistplatz gegen andere Blaumeise, ebenso die vorhandenen Nahrungsquellen, die für die beiden Altvögel und später für die Jungen reichen sollen.

Es versorgt auch das Weibchen mit Nahrung. Dadurch ist sichergestellt, dass das Weibchen während der Eiablage genügend Nahrung erhält. Die Jungen schlüpfen zu dem Zeitpunkt aus, wenn ausreichend Nahrung verfügbar ist.

Die Brut bleibt etwa zwei bis drei Wochen im Nest und wird während dieser Zeit von beiden Eltern hauptsächlich mit grünen Raupen gefüttert.


Nahrung und Ernährungsweise

Im Sommer ernähren sich die Blaumeisen überwiegend von Insekten, die sie aus dem Laubwerk picken. Die großen Mengen an Raupen, die sie gegen Ende des Frühlings und im Sommer auf Eichen antreffen, sind die Hauptnahrung während der Aufzucht der Jungen. Wer im Winter Vogelfutter ausstreut, sollte im Frühjahr unbedingt damit aufhören, damit die Vögel wieder auf das Angebot der Natur zurückgreifen. Sie verlernen sonst, sich selbst zu versorgen.
Im Herbst sind Holunderbeeren, Bucheckern und Weißdornbeeren die Hauptnahrungsquelle. Abgesehen von Nüssen und Fetten, die im Vogelfutter enthalten sind, das für die Meisen bereitgestellt wird, besteht ihre Hauptnahrung im Winter aus Samen.
Im Winter picken Blaumeisen ständig überall herum und hacken Flechten oder Rindenstückchen beiseite, um auf Insekten zu stoßen, die sich darunter verbergen.


Feldbeobachtungen

Blaumeisen sind nicht sehr scheu, sodass man sie gut aus nächster Nähe beobachten kann. Die beste Jahreszeit dafür ist der Winter, wenn man sie mit ausgelegtem Vogelfutter problemlos in den Garten locken kann. Im Sommer sollte man Blaumeisen überhaupt nicht füttern, auch, weil die Jungen sonst an unbekömmlicher Nahrung verenden können.
Blaumeisen  brüten auch gern in den Nistkästen, die für sie bereitgestellt werden, wenn das Schlupfloch klein genug ist.

 

 


 

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