Hast du schon einmal jemanden sagen hören: "Na, das wäre ja das achte Weltwunder!" Was ist damit wohl gemeint?
Vielleicht hast du schon einmal von den sieben Weltwundern gehört. Es sind sieben berühmte Bau- und Kunstwerke der Antike (das war die Zeit von ca. 1200 v. Chr. bis 600 n. Chr.), von denen es heute nur noch ein einziges gibt.
Alle anderen wurden bereits vor langer Zeit zerstört.
 

1) Die Pyramiden von Gizeh

Ort: Gizeh, Ägypten

Die Pyramiden von Gizeh wurden 2590 bis 2470 vor Christus errichtet. Die gigantischen Bauten sind das einzige Weltwunder, das bis in die heutige Zeit noch steht. In ihnen wurden Pharaonen nach ihrem Tod mumifiziert und zur letzten Ruhe gebettet.

Sehr bekannt ist z.B. die Cheopspyramide. Sie ist eines höchsten Bauwerke des gesamten Altertums. Die Cheopspyramide war ursprünglich über 146 m hoch. Das ist höher als der Stephansdom in Wien.
Einst war die Cheopspyramide von einer schneeweißen Schicht aus Kalkstein überzogen. Diese Schicht gibt es aber heute nicht mehr.
Im Innern einer Pyramide wurde immer nur eine Grabkammer angelegt, die im Vergleich zur Pyramide selbst sehr bescheiden war. Die Grabkammer war nur durch einen Zugangsstollen erreichbar. Einzig bei der Cheopspyramide wurde die Grabkammer auch noch durch enge Lüftungskanäle mit der Außenwelt verbunden.
Nach der Beisetzung der Mumie in der Grabkammer wurde der Zugangsschacht verrammelt und zugemauert, sodass niemand mehr den Einstieg erkennen konnte.
Wie die Pyramiden genau gebaut wurden ist unbekannt.


2) Die Zeusstatue des Phidias

Ort: Olympia, Griechenland

Dieses Weltwunder gibt es heute nicht mehr, da es durch einen Brand zerstört wurde. Die Zeusstatue war ein ca. 4m großes Kultbild vom griechischen Göttervater Zeus, das im so genannten Heratempel (die Göttin Hera war Zeus’ Frau) seinen Platz hatte.
Man hatte den Wunsch, einen eigenen großen Zeustempel als Nationalheiligtum zu errichten. Etwa 457 vor Christus wurde ein Tempel fertig gestellt, der etwa 24 m hoch war.

      

Das Kultbild des Zeus, das von einem Künstler namens Phidias geschaffen wurde und später in dem Tempel seinen Platz fand, entstand erst viel später. Zeus auf seinem Thron war etwa siebenmal so groß wie ein Mensch.

Das Bild bestand aus Holz, das mit Elfenbein (Gesicht, Hals, Arme, Hände und Füße) und Gold (Kleidung und Haare) verkleidet war. Am Goldschemel unter den Füßen war die Künstlerinschrift angebracht: "Phidias, Charmides Sohn aus Athen, der hat mich geschaffen."  


3) Der Artemis-Tempel

Ort: Ephesus, Türkei

Auch dieses Weltwunder wurde bereits zerstört.
Bereits 1398 vor Christus wurde an der Stelle, wo später der Artemis-Tempel stand,  eine Behausung mit vier Säulen für ein weibliches Götterbild geschaffen, das angeblich vom Himmel gefallen war. Seit etwa 560/550 vor Christus wurde das Haus, nachdem es mehrmals umgebaut und vergrößert worden war, zum Riesentempel. Insgesamt wurde 120 Jahre an ihm gearbeitet.

Im Jahr 356 v. Chr. wurde er jedoch völlig niedergebrannt. Immerhin konnte das altheilige Bild der Göttin Artemis gerettet werden. Das gab den Ephesiern offensichtlich den Auftrieb, dem himmlischen Götterbild nun erst recht ein neues Tempelhaus zu errichten. Der neue Tempel wurde viel prächtiger als sein Vorgänger und später unter die Sieben Weltwunder eingereiht.

4) Das Grabmal von Mausolos

Ort: Halikarnassos, Türkei

In Halikarnassos ließ sich König Mausolos eine neue Residenz mit Palast und Tempelanlagen schaffen. Es wurde ein großer Platz errichtet, den Mausolos wohl von Anfang an dazu bestimmt hatte, sein königliches Monumental-Grabdenkmal aufzunehmen.

Im Jahr 377 v. Chr. siedelte Mausolos nach Harlikarnassos über. Nach 24jähriger Regentschaft verstarb er kinderlos im Jahr 353 v. Chr. Sein noch nicht vollendetes Grabmahl führte zunächst seine Schwester Artemisia, mit der er zugleich verheiratet war (!), weiter. Zwei Jahre später geriet der Weiterbau ins Stocken, als auch Artemisia verstarb. Erst als sich 334 v. Chr. der makedonische König Alexander der Große der Sache annahm, kam das Wunderwerk doch noch zur Vollendung.
Im 13. Jahrhundert schließlich wurde das Grabmal durch ein Erdbeben zu Boden geworfen und völlig zerstört.


5) Die Hängenden Gärten der Semiramis

Ort: Babylon (Irak)

Auch die Hängenden Gärten gibt es nicht mehr. Sie sind sehr geheimnisumwoben, denn von ihnen weiß man weder, wann sie erbaut wurden, noch durch wen oder wo sie genau waren.
Es war ein stufenförmig angelegter etwa 25 bis 30 m hoher Garten.


6) Der Koloss von Rhodos

Ort: Rhodos, Griechenland

Die Bewohner von Rhodos dankten ihrem Schutzheiligen Helios mit dem Koloss dafür, dass ihre Stadt trotz längerer Belagerung nicht eingenommen wurde.  
Der Koloss von Rhodos wurde etwa im Jahr 290 v. Chr. nach 12 Jahren Bauzeit fertig gestellt. Das aus Bronze (ein Metall) gegossene Götterbild erhob sich auf einem weißen angeblich dreieckigen Marmorsockel.

  

Wahrscheinlich stand er in der Mitte der Stadt und nicht wie auf vielen Bildern in der Hafeneinfahrt. Schon 66 Jahre nach seiner Fertigstellung (etwa 224 v. Chr.) ist die Statue durch ein Erdbeben umgestürzt und an den Knien abgebrochen. Rund 900 Jahre ist der Koloss dann liegen geblieben. Erzählungen zufolge konnten nur wenige seinen Daumen umfassen. Die Finger allein waren so groß wie andere Statuen.
Später wurden die Reste eingeschmolzen.


7) Der Leuchtturm von Pharos

Ort: Alexandria, Ägypten

Der Leuchtturm von Pharos wurde im Jahr 279 v. Chr. fertig gestellt. Nach seiner Einweihung wurde er in die Auflistung der Weltwunder aufgenommen.

Die vor Alexandria liegende Insel Pharos wurde damals durch einen Damm mit dem Festland verbunden.
Auf der Insel wurde der gigantische Leuchtturm errichtet. Er war ca. 113 m hoch.
Der Leuchtturm von Pharos wurde 1375 durch ein Erdbeben zerstört.

 


 

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