Das Große Barrier Riff (Great Barrier Reef) ist das größte Korallenriff der Erde. Es ist so gewaltig, dass man es sogar noch vom Mond aus erkennen kann. Es beherbergt eine Fülle von Lebensformen, so bunt und vielfältig wie im tropischen Regenwald.
 

Was ist ein Korallenriff?

Korallenriffe existieren sowohl in der Tiefsee als auch im Flachwasser bis zur Wasseroberfläche. Sie entstehen im Laufe vieler Jahrhunderte aus den Skeletten von Steinkorallen. Das sind Meerestiere, von denen es mehr als 400 verschiedene Arten gibt. Korallen gehören zur Klasse der "Blumentiere". Sie sehen eigentlich eher aus wie Pflanzen, sind jedoch Tiere.

Kalk-Rotalgen, die wie rosa Farbtupfer aussehen, sind ebenfalls sehr wichtige Riffbildner. Sie produzieren Kalkstein, der das Riff weiter festigt.

Auf diese Weise wächst das Riff immer weiter und weiter.
Jede Korallenart hat ein eigenes Wachstumsmuster. Deshalb gibt es verschiedene Arten von Riffen. Barrier Riffe sind eine davon.


Das Great Barrier Reef

Das Great Barrier Reef befindet sich nordöstlich von Australien. Seine Entwicklung begann vor etwa 18 Millionen Jahren. Es ist inzwischen auf eine Länge von gut 2.300 Kilometern angewachsen, und es erstreckt sich über eine Fläche von 230.000 m2. Es ist so riesig, dass man es gar nicht als Ganzes fotografieren kann.

Eigentlich ist es nicht ein einziges Riff, sondern ein Geflecht von über 2.100 einzelnen Riffen.. Zusätzlich sind etwa 540 küstennahe Inseln von Ringriffen umgeben.
Zwischen dem Great Barrier Reef und der Küste erstreckt sich die Riff-Lagune. Dieses Flachwassergebiet ist selten tiefer als 100 Meter. Auf der Meerseiter dagegen fällt die Riffkante Tausende von Metern steil in die Tiefe ab und ist der vollen Wucht der Wellen und Stürme ausgesetzt. Das Korallenwachstum ist hier am stärksten.

Gleichzeitig gehen hier aber auch große Teile des Riffs verloren, weil Wellen und Wetter es immer wieder zerstören. Ein großer Teil des gelockerten Materials wird allerdings letztlich wieder zurück verfrachtet und bildet "neue Felsen", sodass das Riff in einem ständigen Prozess gleichzeitig immer wieder zerstört und neu aufgebaut wird.
Ein besonderes Ereignis stellt die jährliche farbenprächtige Korallenblüte dar, die der Vermehrung der Korallen dient. Die den Zeitpunkt beeinflussenden Faktoren sind die Wassertemperatur von etwa 27°C, die Tageslänge und die Mondphase. Nur ein genau aufeinander abgestimmter Ausstoß der Eizellen und Samen in großer Menge gewährleistet unter den – durch Fressfeinde und starke Meeresströmung verursachten – schwierigen Bedingungen eine erfolgreiche Fortpflanzung.

Tierleben am Riff

Ein großer Teil der Korallen ist weiß. Oft sind sie aber auch leuchtend bunt gefärbt. Verwandte der Korallen, Fächerkorallen und Seefedern, wie auch Schwämme und andere Lebewesen weisen leuchtende Farben von Rot, Gelb, Orange, Lila, Rosa und Grün auf.

Blaue und gelbe Riffbarsche und Lippfische in leuchtendrosa, lila und gelb wetteifern mit weiß-rot gefärbten Meeresschnecken, smaragdgrünen Schlangensternen und leuchtendblauen Seesternen. Diese leuchtenden Farben sollen Räuber verwirren und gleichzeitig klar definieren, welcher Art das jeweilige Tier angehört.
Für Taucher sind solch bunten Korallenriffe natürlich ein unglaublicher Anblick.


Die Tierwelt des Great Barrier Reef

Eine unglaubliche Vielfalt von Tieren lebt am Great Barrier Reef, von winzigen, treibenden Quallen bis zu riesigen Haien.

Meeresschildkröten leben hier in so großer Zahl wie sonst nirgendwo auf der Welt. Sechs von insgesamt sieben bekannten Meeresschildkrötenarten kommen hier vor.
Die gutmütigen Seekühe, Meeresverwandte der Elefanten, schwimmen träge durch das Seegras, und Vögel wie der Riffreiher fangen Fische im flachen Wasser.
Neben 400 Korallen-Arten leben am Riff 200 Arten von Muscheln und wahrscheinlich über 2.000 Fischarten (etwa ein Zehntel aller bekannten Arten).
Eine ganze Armee von Tieren gräbt und bohrt sich in das Riff selbst hinein - unter ihnen Bohrschwämme, Würmer, Muscheln, Seeigel und korallenfressende Meeresschnecken.
Verschiedene Fische fressen zudem lebende Korallen.

Papageifische etwa knipsen mit ihren scharfen, schnabelartigen Vorderzähnen kleine Stücke ab. Mit ihren abgerundeten Backenzähnen zermahlen sie die knirschenden Bissen, um an das schmackhafte Fleisch zu kommen.
Auch Seesterne können große Mengen an Korallen fressen. Sie stülpen ihre Mägen um und ergießen Verdauungssäfte über die Korallen. Dann holen sie ihre Eingeweide ein wie ein Fischer sein Netz. Ihr Fang ist eine teilweise verdaute "Korallensuppe". Der berüchtigte Dornenkronen-Seestern kann allein täglich bis zu einem Quadratmeter an Korallen fressen.


 

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