Jeder kennt diese majestätischen, großen weißen Vögel mit ihren langen Hälsen. Bei uns sind sie eine vertraute Erscheinung auf vielen Seen, Flüssen und anderen Gewässern. Sie sind wunderschön anzuschauen und lassen sich gern mit altem Brot füttern, doch zu nahe kommen sollte man ihnen lieber nicht, wenn man nicht gebissen werden will!
 

Lebensweise

Schwäne verteidigen ihr einmal abgestecktes Revier leidenschaftlich. Das Männchen kann dabei sehr aggressiv werden. Es nimmt dazu eine drohende Haltung ein: es richtet Flügel und Rückengefieder hoch auf, senkt den Kopf und geht auf den Eindringling los.

Wie alle Entenvögel verlieren die Schwäne bei der so genannten "Mauser" auf einmal sämtliche Schwungfedern und werden so flugunfähig. Um trotzdem ihre Jungen jederzeit verteidigen zu können, mausert das Weibchen solange die Jungen noch klein sind, und die Mauser des Männchens setzt erst dann ein, wenn die Schwungfedern des Weibchens wieder fast vollständig nachgewachsen sind.
In Mitteleuropa und auf den Britischen Inseln bleiben die meisten Schwände auch im Winter im Brutgebiet und ziehen nur selten weiter weg. Manche von ihnen verlassen zuweilen ihre Brutreviere und bilden auf nahe gelegenen Gewässern kleine Winterschwärme.
In Skandinavien unternehmen die Schwände weite Wanderungen.

Von ihren Brutplätzen an Seen im Landesinneren ziehen sie jeden Herbst zur Ostseeküste, da ihre Brutgewässer im Winter zugefroren sind.
 

Nahrung und Ernährungsweise

Schwäne sind Vegetarier und fressen überwiegend tagsüber. Sie ernähren sich von unter Wasser wachsenden Pflanzen und Wurzeln, die sie aus dem Wasser ziehen. Gelegentlich gehen sie auch auf das Festland, um Gräser, Kräuter und Getreide abzuweiden. Kleine Fische, Frösche und Insekten werden nur selten gefressen. In öffentlichen Anlagen und Parks bildet häufig das von Besuchern mitgebrachte Brot einen wesentlichen Bestandteil ihrer Nahrung.

Junge Schwäne fressen kleine Stücke von Pflanzenteilen, die ihre Eltern zerkleinert haben, und wirbellose Tiere.
Schwäne strecken ihre langen Hälse bis zum Grund, um zu fressen. Ein ausgewachsener Schwan kann täglich bis zu vier Kilogramm Nahrung zu sich nehmen.

Fortpflanzung

Schwäne suchen sich einen Partner und bleiben ihm dann ein Leben lang treu. Nur wenn einer der beiden stirbt, verpaart sich der andere neu.

Schwäne beginnen mit der Brut im April. Sie nisten in direkter Wassernähe am Boden. Häufig suchen sie sich während der Brutzeit ungestörte Plätze zum Nestbau, die oft abseits ihrer sonst angestammten Gewässer liegen und nicht durch Boote und das menschliche Treiben zu sehr gestört werden.
Das Männchen bringt dem Weibchen Stöckchen und Schilfstängel, die es dann im Nest verbaut. Alte Nester werden häufig Jahr für Jahr wieder benutzt.
Die Eier werden in Abständen von 48 Stunden gelegt. Das Weibchen übernimmt den größten Teil des Brutgeschäftes. Es beginnt mit dem Brüten erst nach der Ablage des letzten Eis. Insgesamt legt es 5 bis 8 Eier, die etwa 36 Tage lang ausgebrütet werden.

Schwanenküken verlassen das Nest bereits kurz nach dem Schlüpfen, bleiben jedoch bis in den kommenden Winter hinein bei ihren Eltern. Ihr Erwachsenengefieder bekommen sie nach einem Jahr. Mit zwei bis drei Jahren sind sie selbst geschlechtsreif.
Schwäne können bis zu 50 Jahre alt werden, aber nur sehr wenige werden älter als 7 Jahre.

 

Schwan und Mensch

Obwohl der Bestand an Schwänen nicht direkt gefährdet ist, hat es an einigen Flüssen, in denen gern geangelt wird, einen spürbaren Rückgang dieser schönen Vögel gegeben. Die bleiernen Gewichte an den ausgeworfenen Angelruten setzen so viel Blei frei, dass die Schwäne, die dies mit der Nahrung aufnehmen, vergiftet werden. Nachdem nun aber die Verwendung dieser Bleikugeln in England verboten wurde, hat der dortige Schwanenbestand wieder zugenommen.
Viele Schwäne verenden auch an in der Nähe von Gewässern verlaufenden Hochspannungsleitungen, gegen die sie im Flug prallen.

 


 

© 2011 VS Guntramsdorf
 Inhalte von Eva Hensely
Die VS Guntramsdorf distanziert sich von den Inhalten verlinkter Seiten und kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden.