Lebensweise
Schwäne verteidigen ihr einmal
abgestecktes Revier leidenschaftlich. Das Männchen kann dabei sehr
aggressiv werden. Es nimmt dazu eine drohende Haltung ein: es richtet
Flügel und Rückengefieder hoch auf, senkt den Kopf und geht auf den
Eindringling los.

Wie alle Entenvögel verlieren die
Schwäne bei der so genannten "Mauser" auf einmal sämtliche Schwungfedern
und werden so flugunfähig. Um trotzdem ihre Jungen jederzeit verteidigen
zu können, mausert das Weibchen solange die Jungen noch klein sind, und
die Mauser des Männchens setzt erst dann ein, wenn die Schwungfedern des
Weibchens wieder fast vollständig nachgewachsen sind.
In Mitteleuropa und auf den Britischen Inseln bleiben die meisten Schwände
auch im Winter im Brutgebiet und ziehen nur selten weiter weg. Manche von
ihnen verlassen zuweilen ihre Brutreviere und bilden auf nahe gelegenen
Gewässern kleine Winterschwärme.
In Skandinavien unternehmen die Schwände weite Wanderungen.

Von ihren Brutplätzen an Seen im
Landesinneren ziehen sie jeden Herbst zur Ostseeküste, da ihre
Brutgewässer im Winter zugefroren sind.
Nahrung und
Ernährungsweise
Schwäne sind Vegetarier und fressen
überwiegend tagsüber. Sie ernähren sich von unter Wasser wachsenden
Pflanzen und Wurzeln, die sie aus dem Wasser ziehen. Gelegentlich gehen
sie auch auf das Festland, um Gräser, Kräuter und Getreide abzuweiden.
Kleine Fische, Frösche und Insekten werden nur selten gefressen. In
öffentlichen Anlagen und Parks bildet häufig das von Besuchern
mitgebrachte Brot einen wesentlichen Bestandteil ihrer Nahrung.

Junge Schwäne fressen kleine Stücke
von Pflanzenteilen, die ihre Eltern zerkleinert haben, und wirbellose
Tiere.
Schwäne strecken ihre langen Hälse bis zum Grund, um zu fressen. Ein
ausgewachsener Schwan kann täglich bis zu vier Kilogramm Nahrung zu sich
nehmen.
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Fortpflanzung
Schwäne suchen sich einen Partner
und bleiben ihm dann ein Leben lang treu. Nur wenn einer der beiden
stirbt, verpaart sich der andere neu.

Schwäne beginnen mit der Brut im
April. Sie nisten in direkter Wassernähe am Boden. Häufig suchen sie sich
während der Brutzeit ungestörte Plätze zum Nestbau, die oft abseits ihrer
sonst angestammten Gewässer liegen und nicht durch Boote und das
menschliche Treiben zu sehr gestört werden.
Das Männchen bringt dem Weibchen Stöckchen und Schilfstängel, die es dann
im Nest verbaut. Alte Nester werden häufig Jahr für Jahr wieder benutzt.
Die Eier werden in Abständen von 48 Stunden gelegt. Das Weibchen übernimmt
den größten Teil des Brutgeschäftes. Es beginnt mit dem Brüten erst nach
der Ablage des letzten Eis. Insgesamt legt es 5 bis 8 Eier, die etwa 36
Tage lang ausgebrütet werden.

Schwanenküken verlassen das Nest
bereits kurz nach dem Schlüpfen, bleiben jedoch bis in den kommenden
Winter hinein bei ihren Eltern. Ihr Erwachsenengefieder bekommen sie nach
einem Jahr. Mit zwei bis drei Jahren sind sie selbst geschlechtsreif.
Schwäne können bis zu 50 Jahre alt werden, aber nur sehr wenige werden
älter als 7 Jahre.
Schwan und
Mensch
Obwohl der Bestand an Schwänen nicht
direkt gefährdet ist, hat es an einigen Flüssen, in denen gern geangelt
wird, einen spürbaren Rückgang dieser schönen Vögel gegeben. Die bleiernen
Gewichte an den ausgeworfenen Angelruten setzen so viel Blei frei, dass
die Schwäne, die dies mit der Nahrung aufnehmen, vergiftet werden. Nachdem
nun aber die Verwendung dieser Bleikugeln in England verboten wurde, hat
der dortige Schwanenbestand wieder zugenommen.
Viele Schwäne verenden auch an in der Nähe von Gewässern verlaufenden
Hochspannungsleitungen, gegen die sie im Flug prallen.

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