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Verbreitung und Entwicklung
Bereits
vor einigen Millionen Jahren lebten Giraffen in ganz Europa, Asien und
Afrika.

Die Vorfahren der Giraffe hatten kurze Hälse. Erst im Laufe der
Entwicklung wurden lange Hälse in der Steppe immer vorteilhafter, weil es
hoch oben auf den Bäumen mehr Futter gab. Mit der Zeit bildete sich der
extrem lange Hals der Langhalsgiraffe heraus.Heute kommen Langhalsgiraffen
ausschließlich in Afrika vor, wo es ausreichend Büsche und Bäume gibt.
Es sind acht Unterarten der Langhalsgiraffe bekannt. Sie haben
unterschiedliche Fellfärbungen und auch unterschiedliche Geweihe.
Körperbau
Giraffenbullen, die männlichen Giraffen, erreichen eine Körperhöhe von
mehr als fünfeinhalb Meter und haben eine Körperlänge von etwa vier Meter.
Sie wiegen mehr als 700 kg. Die Weibchen bleiben etwas kleiner.
Jedes Säugetier hat Halswirbel. Man glaubt vielleicht, die Giraffe hat
davon viel mehr als andere Tiere, doch wie andere Säugetiere auch hat die
Giraffe sieben Halswirbel. Diese sind jedoch gut 40 cm lang und sind durch
sehr starke Halsmuskeln gestützt. Dadurch, dass es nur sieben Halswirbel
sind, ist der Hals der Giraffe nicht so biegsam, wie es vielleicht
aussieht.
Die Vorderbeine sind um einiges länger als die Hinterbeine. Der Rücken der
Giraffe ist daher nicht gerade sondern geht nach hinten hinunter.

Hirsche
verlieren im Winter ihr Geweih. Das kleine Geweih der Giraffen wird aber
nicht wie bei den Hirschen im Winter abgestoßen, sondern sie tragen es das
ganze Jahr. Die Geweihe der Giraffen sind mit Haut überzogene
Knochenzapfen. Dies haben sie mit den Rentieren gemeinsam.
Die Geweihe der Bullen sind mit 25 cm Länge deutlich größer als die der
Giraffenkühe. Je nach Art haben die Giraffen zwei bis fünf solche
Geweihzapfen.
Das Gebiss der Giraffe enthält 32 Zähne, genauso wie das der Hirsche.
Allerdings haben die Eckzähne Kerben, was der Giraffe bessere
Möglichkeiten gibt, die Blätter von den Bäumen zu „kämmen“.
Die Ohren sind schmal und recht klein.
Ernährung
Giraffen sind mit ihrem langen Hals auf das Fressen von Bäumen
spezialisiert. Sie verbringen einen großen Teil des Tages mit dem Fressen
von Blättern und jungen Trieben. Pro Tag nehmen sie mehr als 80 kg
pflanzliche Nahrung zu sich, sie wandern beim Fressen von Baum zu Baum und
hinterlassen diese ab einer Höhe von fünf Metern fast kahl. Auch von
Pflanzen mit Dornen wie z.B. Akazien können die Giraffen fressen, da ihre
Wangen nicht von Dornen durchdrungen werden.

Mit
ihren großen Lippen und der kräftigen, langen Greifzunge, die oft mehr als
40 cm lang ist, lösen sie leicht alle Blätter von den Zweigen. Bullen und
Kühe zeigen unterschiedliche Fressgewohnheiten. Bullen neigen ihren Kopf
nach oben und Giraffenkühe fressen mit gesenktem Kopf. Dadurch streiten
sie nicht um dieselbe Nahrung.
Giraffen suchen täglich Wasserstellen auf, um zu trinken. Allerdings
können sie wegen ihrer langen Beine mit dem Kopf nicht bis zum Boden
reichen. Daher müssen sie zum Trinken ihre Vorderbeine stark spreizen.

Ist
kein Wasser vorhanden, können sie ihren Wasserbedarf sehr lang durch das
Fressen von Pflanzen stillen. |
Lebensweise
Giraffen schlafen im
Liegen nur sehr wenig. Dazu legen sie ihren Kopf nach hinten. Die
Schlafdauer beträgt nur wenige Minuten. Dies ist typisch für die großen
Säugetiere, da sie im Schlaf ungeschützt vor
Raubtieren sind.
Die Färbung der Giraffen dient im Buschland als optimale Tarnung unter
Bäumen. Die Giraffen sieht man im Baumschatten fast nicht. Jede Giraffe
hat ein anderes Muster, wie ein Fingerabdruck.
Anders ist es im freien Flachland, wo die Giraffen nicht so gut getarnt
und durch ihre Größe weithin sichtbar sind. Allerdings haben sie sehr gute
Augen, Nasen und Ohren, so dass sie ihre Feinde frühzeitig wahrnehmen und
durch den langen Hals auch sehen können. So können sie meist rechtzeitig
flüchten.

Vor
allem ihr sehr guten Augen ermöglichen es ihnen, Artgenossen in über einem
Kilometer Entfernung zu erkennen.
Häufig wandern Giraffen auch in Gruppen von Zebras oder Gnus mit und sind
daher besser geschützt.
Giraffen sind tag- und nachtaktiv. Sie schlafen nur sehr wenig (weniger
als 2 Stunden pro Nacht).
Sie sind gesellig und wandern oft in kleinen bis mittleren Gruppen mit
weniger als 30 Tieren. Wenn sie sich Herden anschließen, bleiben sie aber
nur kurz, so dass die Zusammensetzung von Giraffenherden ständig wechselt.

Giraffen sind selten in engem Wald anzutreffen, sie lieben das weite
Buschland und die Steppe, wo sie sich ungehindert bewegen können.
Revierkämpfe finden selten statt. Kämpfe zwischen Bullen werden durch
Kopfstöße mit den kleinen Geweihen ausgetragen. Dazu werden die Köpfe von
der Seite auf den Gegner geschlagen. Durch das starke Zusammenprallen der
Köpfe werden Giraffen in solchen Kämpfen leicht ohnmächtig.
Fortpflanzung und
Wachstum
Nach
knapp 15 Monaten wird ein junges Kalb geboren. Giraffen gebären jeweils
immer nur ein Kalb, welches nach der Geburt bereits eine Körperhöhe von
fast zwei Metern aufweist und mehr als 75 kg wiegt. Die Geburt findet im
Stehen statt und das Kalb fällt aus fast zwei Metern Höhe hinab.

Giraffenkälber können gleich nach der Geburt sehen und selbst gehen. Sie
werden ca. 12 Monate gesäugt, fressen aber schon nach einigen Wochen auch
bereits Laub mit. Nach einem Jahr verlassen die jungen Giraffen ihre
Mutter.
In Gefangenschaft können Giraffen mehr als 30 Jahre alt werden.
In der Freiheit werden sie etwa 20, in Einzelfällen 25 Jahre alt.
Feinde
Giraffen
werden vor allem durch Raubkatzen - meist von Löwen - angegriffen.

Giraffen verteidigen sich bei Angriffen mit kräftigen Schlägen ihrer
tellergroßen Hufe, so dass meist nur alte Tiere oder junge Kälber Opfer
von Raubtieren werden. Diese Tritte sind für die Angreifer
lebensgefährlich, ein gezielter Tritt reicht, um den Schädel einer
Raubkatze zu zerschmettern. Häufiger sterben Giraffen an Hunger oder weil
sie stürzen. |