Aussehen

Wenn du schon einmal im Tiergarten Schönbrunn warst, kennst du bestimmt diese kleinen süßen Bären mit der großen schwarzen Nase, die so kuschelig aussehen und meistens auf einem Ast sitzen und schlafen - die Koalabären.
Der Koala wird 60 bis 85 cm groß und wiegt zwischen 4 und 14 kg. Die Größe eines erwachsenen Tieres hängt davon ab, wie alt es ist, ob es ein Männchen oder ein Weibchen ist und davon, wo es lebt und und was oder wie viel es frisst. Im kühleren Klima lebende Koalas sind meist größer und haben ein dunkleres und dichteres Fell als das von Tieren in wärmeren Gebieten.
Der Koala hat bräunlich-silbergraues, wolliges Fell, an dem bei regelmäßiger Pflege Regenwasser wie am Gefieder einer Ente abperlt. Er hat eine Greifhand mit spitzen, scharfen Krallen und zwei Daumen und drei Fingern, die sich gut zum Klettern und Ergreifen von Zweigen eignet.

Ihre Füße tragen einen krallenlosen Daumen und die zweiten und dritten Zehen sind miteinander verwachsen, so dass sie mit den verschmolzenen Krallen Zecken entfernen können, unter denen sie häufig leiden. Typische Merkmale sind eine vorstehende, dunkle Nase und große Ohren, woran man sieht, dass Riechen und Hören in seinem Leben eine wichtige Rolle spielen. Der Koala hat einen im Verhältnis zu seinem Körper großen Kopf, doch das Gehirn ist relativ klein.


Lebensraum

Koalas leben an der Ostküste Australiens und auf den davor liegenden Inseln. Mittlerweile gibt es noch etwa 80.000 frei lebende Koalas.
Koalas können sich nur in Lebensräumen verbreiten, die bestimmte Bedingungen erfüllen. Es muss von Koalas bevorzugte Bäume geben (hauptsächlich Eukalyptusarten, aber auch einige andere) und ausreichenden Niederschlag (Regen). Weiters müssen andere Koalas in der Nähe leben.

Häufig leben Koalas jedoch, weil die Wälder abgeholzt werden, in einer Landschaft mit eher verstreuten Bäumen, die schlimmstenfalls in der Nähe einer Straße liegen. In diesem Fall sind die Reviere größer, da nur so gewährleistet ist, dass sie genügend Futterbäume enthalten. Manche Koalas findet man auch auf Grünflächen mit Eukalyptusbäumen in Städten (Parks), die für sie allerdings keinen geeigneten Lebensraum darstellen. Solche Tiere werden oft Opfer von Autos, Hunden, Schwimmbecken und anderen von Menschen geschaffenen Gefahren.


Lebensweise

Koalas sind Baumbewohner und überwiegend nachtaktiv. Sie halten sich nur ungern am Boden auf und bewegen sich dann auf allen vieren vorwärts.
Um Energie zu sparen, schlafen sie bis zu 20 Stunden am Tag und damit noch länger als die Faultiere, die etwa 18 Stunden täglich schlafen. Ihre natürlichen Feinde sind Dingos (Wildhunde in Australien), große Eulen, Adler, Warane (große Echsen), und Pythons (Schlangen).
Außerdem können ihnen Trockenzeiten und vor allem Buschfeuer gefährlich werden. Durch die Menschen drohen zusätzliche Gefahren wie Autos, streunende Hunde, ein gestiegenes Brandrisiko und Schwimmbecken; wird eine Straße mitten durch ein Revier gebaut, so bleibt der Koala in der Hälfte in der er sich gerade befindet, die Straße bietet zusätzliche Gefahren und das Revier wird immer kleiner.

Sinnesleistungen

Da Koalas nachtaktiv, also in der Nacht wach sind und am Tag schlafen, können sie sehr gut hören, sehen jedoch weniger gut. Die große Nase der Koalas ist außerordentlich empfindlich. Durch sie weiß er, welche Eukalyptusblätter zum Fressen geeignet sind oder stellt rechtzeitig fest, dass Feinde in der Nähe sind.


Die Jungen

Koalas sind, wie Kängurus, Beuteltiere. Die Mutter ist etwa 35 Tage trächtig (schwanger). Bei der Geburt krabbelt das Junge selbständig in den Beutel. Es wiegt dann weniger als ein Gramm und ist etwa 2 cm lang, blind und nackt. Im Beutel hindert ein kräftiger Schließmuskel das gänzlich umhüllte Junge am Herausfallen. Es wird meist nur ein Junges im Sommer geboren, welches sechs bis sieben Monate im Beutel heranreift und gesäugt wird. Nach etwa 22 Wochen öffnet es die Augen und beginnt aus dem Beutel zu schauen.

Im Alter von 22 bis 30 Wochen bekommt es eine als "Papp" bezeichnete Zusatznahrung, die seine Mutter neben der Milch produziert. Papp ist eine besondere Nahrung, die dem Jungen die Umstellung von der Milch- auf die Blattnahrung erleichtert und immer mehr zur Hauptnahrung des Jungen wird, das, je größer es wird, den Beutel häufiger verlässt und beim Fressen auf dem Bauch der Mutter liegt. In dieser Zeit lernt es, Blätter mit den Händen zu greifen und sie sorgfältig zu beschnuppern, bevor es sie frisst. Trotzdem trinkt das Junge noch bis zum Alter von einem Jahr Muttermilch. Bald nachdem es begonnen hat, Blätter zu fressen, wird das Junge von der Mutter auf dem Rücken herumgetragen, sucht aber noch im Beutel der Mutter Schutz. Ist es größer, macht es im Umkreis der Mutter erste Ausflüge.

Normalerweise werden die Jungtiere etwa im Alter von 18 Monaten von der Mutter vertrieben.


Ernährung

Koalas ernähren sich fast ausschließlich von Blättern und Rinde sowie Früchten ganz bestimmter Eukalyptusarten. In ganz Australien nutzen sie nur etwa 70 von den über 500 bekannten Eukalyptusarten, an manchen Orten sogar nur 5-10 Arten. Viele andere Bäume, eingeschlossen einige Nicht-Eukalyptus-Arten, werden gelegentlich zur Futteraufnahme oder für andere Zwecke (z.B. Ausruhen, Schlafen) aufgesucht. Gelegentlich fressen die Tiere Erde, was ihnen zusätzliche Mineralien liefert.

Ein erwachsener Koala benötigt pro Tag rund 200 bis 400 Gramm Blätter (zum Vergleich: ein halber Kilo = 500 Gramm). Bei der Nahrungsaufnahme sind Koalas gezwungenermaßen äußerst wählerisch, denn Eukalyptus enthält Giftstoffe, die dem Koala zwar in gewissen Maßen nichts ausmachen, aber zu viel ist auch für ihn giftig. Zuerst strecken sie einen Arm aus und pflücken mit großer Sorgfalt einige ausgewählte Blätter, bevorzugt ältere. Danach beschnuppern sie sie sorgfältig, bevor sie einen Bissen nehmen. Zuletzt werden sie zu einem Brei zerkaut und geschluckt.
Koalas trinken äußerst selten. Sie decken ihren Wasserbedarf hauptsächlich durch die sehr wasserreichen Eukalyptus-Blätter. Von geringerer Bedeutung sind Tau und Regentropfen. In Trockenzeiten gehen sie allerdings trotz aller Gefahren an Wasserstellen.
 


 

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 Inhalte von Eva Hensely
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