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Was sind Anemonenfische?
Die
Anemonenfische gehören zu einer Gruppe kleiner, hell gefärbter Fische, die
man auch Riffbarsche nennt. In vielen Meeren befinden sich nahe der
Küste unter Wasser große Korallenriffe. Dort leben verschiedenste Pflanzen
und Tiere, so auch prächtige Seeanemonen. Diese sehen aus wie Pflanzen,
gehören jedoch zu den Nesseltieren, die in ihren langen Fangarmen zum Teil
starke Gifte enthalten, die richtige Verbrennungen hervorrufen und für
viele Tiere sogar tödlich sind.

Anemonenfische leben mitten in
diesen Anemonen, meistens ein Männchen zusammen mit einem Weibchen.

Früher wurde angenommen, dass sie
gegen die Nesseln der Anemonen von Natur aus immun sind, das heißt, dass
ihnen das Gift nicht schaden kann. Mittlerweile aber haben Forschungen
ergeben, dass diese Immunität erst auf eine besondere Art entwickelt
werden muss. Wenn ein Anemonenfisch sich zum ersten Mal einer Anemone
nähert, scheint er die Fangarme, die sich ihm entgegenstrecken nur ganz
leicht zu berühren. Blitzschnell schwimmt er dann zurück und wiederholt
das Ganze. Während er das tut, überzieht sich sein Körper mit einem
schmierigen Schleim, wodurch er unempfindlich gegen die Anemonen-Nesseln
wird.

Wenn sich ein Anemonenfisch auf
diese Weise an eine bestimmte Anemonenart gewöhnt hat, verbrennt er sich
beim Herumschwimmen zwischen den Fangarmen einer Anemone der gleichen Art
nicht mehr. Riskiert er es allerdings, in eine Anemone einer anderen Art
hinein zu schwimmen, spielt er mit dem Tod.
Nahrung und Ernährungsweise
Die
Anemonenfische unternehmen von den Fangarmen aus laufend Ausflüge ins
umliegende Riff. Sie dürfen sich aber nicht zu weit von ihrer
"Beschützerin" entfernen, weil ihre strahlenden Farben rasch von größeren
Fischen entdeckt werden, die sie sich zur Beute machen. In einem solchen
Fall schnellen die Anemonenfische, verfolgt von dem größeren Fisch,
blitzschnell zu ihrer Anemone zurück. Der Verfolger, von der Aussicht auf
eine leckere Mahlzeit verlockt, schwimmt dem Anemonenfisch in die Anemone
hinterher und wird augenblicklich von den Nesseln der Fangarme betäubt. |
Danach
verzehrt die Anemone den Fisch, und der Anemonenfisch tut sich an den
zerkleinerten Überresten gütlich.

Abgesehen von dieser Nahrungsversorgung fressen Anemonenfische auch kleine
Krebstiere und die Algenarten, die im Riff leben bzw. dort wachsen. Sie
säubern ihre "Wirtin" von Unrat und knabbern abgestorbene Fangarme ab.
Fortpflanzung
Anemonenfische legen wie alle Fische Eier, das nennt man "Laichen". Sie
tun das entweder auf nackten Korallen oder auf Felsen am Grund, die nahe
bei ihrer Wirtsanemonen liegen. Manchmal laichen sie auch am Fuß der
Anemonenfangarme, die den Eiern Schutz bieten.
Die klebrigen Eier werden in Klumpen abgelegt und normalerweise vom
Männchen bewacht. Bei manchen Arten bewacht der Vater die Jungen, bis sie
alt genug sind, um davon zu schwimmen und sich ihre eigene Anemone zu
suchen. In anderen Fällen treiben die winzigen Jungfische an die Küste und
bleiben bis zu ihrer Geschlechtsreife gemeinsam im seichten Wasser.

Bis die
Jungfische aus den Eiern ausschlüpfen, dauert es nur vier bis fünf Tage.
Anemonenfische können drei bis fünf Jahre alt werden.
Anemonenfische und Mensch
Weil
sie viel zu klein sind, um den Menschen als Nahrungsmittel zu
interessieren, lebten Anemonenfische Jahrtausende lang in Frieden zwischen
den Korallenriffen. In jüngerer Zeit allerdings wurden sie als
Salzwasser-Aquarienfische ausgesprochen beliebt. In Europa und Amerika
werden hohe Summen für sie bezahlt, vor allem für die besonders bunt
gefärbten Arten.
Einer der häufigsten Anemonenfische ist der Clown-Anemonenfisch, den du
aus Nemo kennst. Unter den Anemonenfischen ist er der kleinste und wird
höchstens 6 cm lang.

Die
Menschen haben schon viele Riffs nach den am meisten gefragten Arten
abgegrast und dabei häufig auch die Wirtsanemonen zerstört.
Zum Glück haben inzwischen viele Regierungen den Fang und Verkauf solcher
Fische verboten.

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