Marienkäfer
 

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Diese kleinen roten Käfer mit den schwarzen Tupfen kennt jeder. Wer hat nicht schon einmal einen über seine Hand krabbeln lassen und begeistert zugeschaut, wenn er plötzlich seinen Flügel ausbreitet und davon schwirrt. Und wer hat nicht schon einmal gehört, dass die Anzahl der Punkte das Alter der Käfer angibt. Aber stimmt das eigentlich?
 

Aussehen

Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Marienkäfern. Allein in Mitteleuropa sind es etwa 80 verschiedene Arten. Uns am bekanntesten ist der Siebenpunkt-Marienkäfer, der, wie sein Name schon sagt, sieben Punkte hat. Je nach Art haben andere Käfer aber unterschiedlich viele Punkte und auch andere, in der Regel leuchtende Farben (orange, rot oder gelb, aber auch schwarz).

Die Anzahl der Punkte hat also nichts mit dem Alter der Käfer zu tun. Sie weist nur darauf hin, um welche Art es sich handelt.
Die leuchtenden Muster des Marienkäfers sind eine Warnfärbung, die Feinde vor dem unangenehmen Geschmack des Käfers warnen und somit von Angriffen abhalten sollen. Wird er dennoch angegriffen, wehrt er sich mit einer "Reflexblutung", das heißt, er lässt "Blut" aus seinen Beingelenken ausfließen. Dieses "Blut" ist gelblich und enthält eine unangenehm riechende Substanz, das Ameisen und die meisten Vögel von ihm abhält.
Die Punkte des Käfers befinden sich auf den Flügeldecken, unter denen sich geschützt die Hinterflügel befinden, die allein zum Fliegen dienen.



Lebensraum

Zwar leben Marienkäfer überall in der Welt, in großen Mengen kommen sie aber in der Regel in den gemäßigten Breiten Europas und Nordamerikas vor. Viel seltener trifft man sie in tropischen Regenwäldern an, welche die Heimat so vieler anderer Insektenarten sind.
In besonders großer Zahl begegnet man Marienkäfern in Gebieten, in denen der Mensch die Umwelt schon verändert hat, zum Beispiel in vernachlässigten Gärten, in Brennnesseln und Wildkräuterflächen. Hier gibt es Blattläuse im Überfluss, die die Hauptnahrungsquelle der Marienkäfer sind.

Einige wenige Arten von Marienkäfern Südafrikas sind ausschließlich Pflanzenfresser.
Weil Blattläuse Schädlinge sind und deshalb bei Gärtnern nicht besonders beliebt, hat man begonnen, Marienkäfer-"Farmen" zu gründen, um die Tierchen bei der Insektenvertilgung einzusetzen. Sie sind sehr wirkungsvoll und viel umweltfreundlicher als chemische Insektenvernichtungsmittel.


Nahrung

Die meisten Marienkäfer ernähren sich ausschließlich von Blattläusen. Das sind die kleinen, schutzlosen Insekten, die sich an Gartenpflanzen und Bäumen festsaugen.

Manche Marienkäfer fressen rote Spinnmilben, die ebenfalls als landwirtschaftliche Schädlinge gelten.
Blattläuse beweben sich langsam und können sich nicht verteidigen; Marienkäfer brauchen keine besonderen Fähigkeiten, um sie zu fangen.
Marienkäferlarven, die mehr fressen, als erwachsene Tiere, verspeisen manchmal kleinere Artgenossen.

Fortpflanzung

Die meisten Marienkäfer paaren sich im Frühling oder Sommer, wie dieser 22-Punkt-Marienkäfer.

Das Weibchen legt dann ein Häufchen Eier, ja nach Art zwischen drei und 300 Stück. In der Regel werden sie so nah wie möglich neben Blattlaus-Kolonien platziert.
Die Larven des Zweipunkt-Marienkäfers, einer bei uns häufig vorkommenden Art, schlüpfen nach fünf bis acht Tagen. In den zehn bis 15 Tagen, bis sie voll ausgewachsen sind, fressen sie gierig 350 bis 400 Blattläuse. Danach verpuppen sie sich, in der Regel an einer ziemlich versteckten Stelle. Der gesamte Entwicklungszyklus dauert zwischen vier und sieben Wochen, so dass ein Sommer mehrere Generationen hervorbringen kann.
Marienkäfer überwintern meist als erwachsene Tiere. Millionen von ihnen versammeln sich im Südwesten der USA, wo sie als leuchtende Schicht den Boden bedecken.
Der Siebenpunkt-Marienkäfer, der am meisten verbreitete Marienkäfer Mitteleuropas, überwintert häufig an kühlen Stellen in Häusern oder auch im Freien.
Marienkäfer werden meist etwa ein Jahr alt.


Beobachtungen

Marienkäfer gibt es zwar zu jeder Jahreszeit, aber da sie "kaltblütig" sind, und sich manchmal in großen Gruppen zum Überwintern verkriechen, kann man sie nur in den wärmeren Monaten beobachten.
Am besten sucht man nach Marienkäfern, indem man nach Pflanzen Ausschau hält, auf die Blattläuse gerne gehen, zum Beispiel Rosen, Kirschbäume und Bohnenpflanzen. Wenn man diese Pflanzen genauer untersucht, entdeckt man manchmal Klümpchen orangefarbener Marienkäfer-Eier.
Marienkäfer lassen sich in der Regel von Beobachtern nicht stören. Man kann sie deshalb gut beim Fressen beobachten.
Im Winter ist am ehesten der Siebenpunkt-Marienkäfer zu sehen, der ja zum Teil im Freien überwintert. Man findet ihn zu dieser kalten Jahreszeit aber auch unter den dichten, schützenden Fichtenzweigen oder unter Baumrinde.

Um mehr aus den gemachten Beobachtungen lernen zu können, kannst du dir die Zahl der Punkte auf den Marienkäfern und die Pflanzen, auf denen sie fressen, notieren. Interessant ist es festzustellen, wie viele verschiedene Marienkäferarten man in einem bestimmten Gebiet vorfindet.


Hättest du dir das gedacht?

Aufzählung

Unter Beobachtung in Gefangenschaft fraß eine einzige Marienkäferlarve während ihres Larvenstadiums 90 erwachsene Insekten und 3000 Larven!

Aufzählung

Auch ein und dieselbe Art kann verschiedene aussehen. Der Zweipunkt-Marienkäfer kann bis zu sechs Punkte aufweisen oder ganz schwarz sein!

Aufzählung

Nicht alle Marienkäfer sind gepunktet. Es gibt auch Arten mit Streifen!

Aufzählung

Der englische Kinderreim "Ladybird, ladybird, fly away home, your house is on fire, your children all gone" (Marienkäfer, Marienkäfer, flieg' nach Haus, deine Kinder sind alle fort, es brennt dein Haus) stammt noch aus der Zeit, als die Hopfenfelder am Ende des Jahres abgebrannt wurden und alle Marienkäfer dabei getötet wurden (Hopfen braucht man für die Bierherstellung).

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