Der Schimpanse gehört zu der Familie der Menschenaffen. Von allen Tieren ist er dem Menschen am ähnlichsten. Er ist auch ein überaus intelligentes und sehr lernfähiges Tier.
 

Verhalten

Der Schimpanse lebt in etwa 25 bis 80 Mitglieder starken Gruppen, wobei jede von einem männlichen Tier angeführt wird. Die Wohnbezirke der Gruppen nehmen in Waldgegenden Flächen von 18 bis 21 Quadratkilometern, in offenerem Land 100 bis 200 Quadratkilometern ein.
Schimpansen sind tagaktiv. Sie verbringen die Nacht schlafend und vor ihren Feinden sicher behütet in einem Nest, das sie sich hoch über der Erde in einem Baum bauen.
Wenn die Gruppe nicht umherzieht, wird dasselbe Nest mehrere Nächte hintereinander benutzt.
Ein Schimpanse hält sein Nest sauber und achtet darauf, dass Exkremente über den Rand hinausfallen.
Schimpansen sind äußerst intelligent und geschickt. Sie gehören zu den wenigen Tieren, die Werkzeuge benutzen. Sie verwenden Stöcke zur Verteidigung und zum Ausgraben von Insektennestern.
Einige benutzen lange Stöcke, um wandernde Ameisen zu fangen: Sie befeuchten den Stock mit Speichel und legen ihn über die Ameisenstraße. Wenn genügend Ameisen kleben geblieben sind, leckt sie der Schimpanse einfach ab.
Schimpansen sind so intelligent, dass sich sich sogar selbst im Spiegel erkennen. Das kann sonst nur noch die Elster!
Schimpansen können auch mit ihren Gesichtsausdrücken verschiedene Gefühle ausdrücken.

Bild 1: Passiver Ausdruck. Der Schimpanse ist entspannt und ruhig.
Bild 2: Aggressiver Ausdruck. Der Schimpanse zeigt sich wütend oder warnt einen Rivalen.
Bild 3: Freundlicher Ausdruck. Der Schimpanse begrüßt friedfertig einen Artgenossen.
Bild 4: Erfreuter Ausdruck. Ein solches "Lächeln", bei der der Schimpanse nur die Unterkieferzähne entblößt, vermittelt Freude und Wohlbehagen.
 

Nahrung

Früchte aller Art bilden den Hauptbestandteil der Schimpansennahrung. Nach einer frühmorgendlichen Mahlzeit nehmen seine Aktivitäten ab, er "vertrödelt" die Zeit und holt sich hier und da eine reife Beere, schmackhafte Blätter, Knospen und Blüten. Gewöhnlich gibt es eine zweite intensivere Fresszeit am späten Nachmittag.
Einen Großteil der Flüssigkeit, die er benötigt, bezieht der Schimpanse aus der Früchtenahrung, gelegentlich aber trinkt er auch Regenwasser aus Vertiefungen in Bäumen.
Seit vielen Jahren weiß man, dass der Schimpanse auch Honig und verschiedene Insekten frisst, etwa Termiten und Ameisen. Überraschend war jedoch die Entdeckung von Biologen, dass Schimpansen auch Fleisch fressen. Heute weiß man, dass der Schimpanse verschiedene Säugetiere jagt, tötet und frisst. Fast immer ist es ein erwachsener, männlicher Affe, der die Tiere tötet. Meist frisst er, bis er genug hat, bevor er seine Beute mit der Gruppe teilt.

Fortpflanzung

Paarungen finden das ganze Jahr über statt, immer dann, wenn eines der Weibchen der Gruppe empfängnisbereit ist. In dieser Zeit paaren sich manchmal mehrere Männchen mit ihm, ohne dass es Anzeichen von Rivalität unter ihnen gäbe.
Während der ersten fünf Monate seines Lebens klammert sich der junge Schimpanse fest an das Fell seiner Mutter und wird von ihr überallhin getragen. Mit etwa sechs Monaten macht er seine ersten Gehversuche.
Im Alter von einem Jahr wiegt das Junge etwa neun Kilogramm, bleibt aber mindestens zwei Jahre von seiner Mutter abhängig. Erst wenn das Junge etwa drei Jahre alt ist, paart sich das Weibchen erneut.
Wenn der junge Schimpanse etwa vier Jahre alt ist, verbring er die meiste Zeit mit etwa gleichaltrigen Artgenossen. Von nun an, bis zum Alter von acht bis zehn Jahren, lernt er, wie er sich als erwachsenes Mitglied der "Gesellschaft" zu benehmen hat.
Mit acht bis zehn Jahren erreicht der Schimpanse seine Geschlechtsreife.
Er kann bis zu 50 Jahre alt werden und dabei auch graue Haare bekommen.

    

Das rechte Bild zeigt zwei Männchen beim Imponiergehabe. Ehe es zu einem Kampf kommt, will jedes dem anderen beweisen, dass es das stärkere ist.


Schimpanse und Mensch

Obwohl Zoo- und Wildparkbesucher in aller Welt den Schimpansen sehr gern mögen und er uns in vieler Hinsicht verwandt ist, geht die größte Bedrohung für ihn von dem Menschen aus. Die beiden Arten konkurrierten anfangs um Nahrungsquellen, und schon bald wurden die Schimpansen aus Gebieten mit dichter menschlicher Besiedlung vertrieben. In einigen Gegenden Afrikas ist die Jagd auf Schimpansen für Zoos und Tierversuche ein großes Geschäft. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit dem Menschen in Verhalten und Körperbau wurden mit Schimpansen umfangreiche Medikamentenversuche unternommen. Trotz vielerlei Proteste sind diese Praktiken leider immer noch weithin üblich.


 

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 Inhalte von Eva Hensely
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