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Kampf um
die Burg
Europas Adlige waren immer schnell
zur Fehde bereit, und das Ziel des Angriffs war stets die Burg des
Feindes.
Sie diente aber auch als Schutz vor Angriffen von Räubern und anderen
Feinden. Auch die Bauern und Bewohner umliegender Dörfer, deren Land
Eigentum des Burgherrn war, fanden Zuflucht in der Burg.
Die wichtigste Verteidigungsanlage war die Ringmauer mit den schmalen
Schlitzen - den Schießscharten. Oben auf der Mauer befand sich der mit
einer Brustwehr versehene Wehrgang. Die Brustwehr war eine schmale Mauer
mit Zinnen, hinter denen Bogenschützen und kleine Katapulte Deckung
fanden.
Aus der Ringmauer ragten Rundtürme, von denen aus Wachen einen guten
Ausguck hatten.

Die Schwachstelle jeder Burg war das Tor, das groß genug sein musste, um
Pferde und Wagen hindurch zu lassen. Es wurde besonders sorgfältig
verstärkt.
Die Zugbrücke, die über den Wassergraben führte, wurde hochgezogen, das
Fallgitter wurde heruntergelassen.
Die Einnahme einer Burg war schwierig und langwierig. Weil die Angreifer
das wussten, versuchten sie es oft mit einem Überraschungsangriff, was
aber selten Erfolg brachte.
Wenn die Burg nicht schnell einzunehmen war, begann man mit der
Belagerung. Man versuchte, die Verteidiger auszuhungern, sodass sie
aufgeben mussten. Man prüfte, wie man die Belagerungsmaschinen an die Burg
heranbringen konnte.
Der Graben wurde mit Balken, Erdreich und Reisigbündeln aufgefüllt, damit
man fahrbare Holztürme anrollen konnte. Daran hing an Ketten ein
gewaltiger Baumstamm mit einer Metallspitze. Sie hatte oft die Form eines
Bockes - daher der Name "Rammbock".
Gleichzeitig beschoss man die Burg mit großen Katapulten.

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In
wochenlanger Arbeit wurde versucht, einen Tunnel unter der Burgmauer zu
graben.
Ein unerwarteter Sturmangriff brachte oft das Ende einer langen
Belagerungszeit. Riesige Belagerungstürme kamen zum Einsatz. Sie waren
noch höher als die Wehrgänge. Auf diese Weise kamen die Angreifer über die
Mauer.
Die Burg wird belagert
Eine Burg musste jederzeit auf eine
Belagerung vorbereitet sein. Die Versorgung mit Trinkwasser und
Nahrungsmitteln hatte Vorrang. Gelang es den Verteidigern, vor Eintreffen
des feindlichen Heeres ausreichend Vorräte zu beschaffen, war die Abwehr
schon halb geschafft.
Nur in seltenen Fällen dauerte eine Belagerung länger als ein Jahr. Häufig
siegte keine Partei, sondern es kam vorher zu Verhandlungen, die in einem
Kompromiss endeten, der beide Seiten das Gesicht wahren ließ.
Manchmal merkten die Angreifer auch, dass sich die Verteidiger noch lange
halten konnten und zogen sich zurück, bevor Winter, Kälte und Schnee mehr
Opfer forderten als ein Sturmangriff.
Wenn die Belagerung vorbei war, wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Oft
waren die Zerstörungen enorm.
Jeder musste bei den Arbeiten helfen. Schließlich hatte die Burg ja auch
vielen Menschen Schutz geboten.

Viele Burgen wurden Jahrhunderte
lang nicht ein einziges Mal angegriffen, wohl weil sie absolut
uneinnehmbar wirkten und der Angriff auf sie von vornherein keinen Erfolg
versprach.

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