Ritterzeit 4
 

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Teil 4
 

Nun bist du schon ein richtiger Spezialist, was die Ritterzeit betrifft!
In diesem letzten Teil erfährst du, was geschah, wenn eine Burg angegriffen wurde. Was taten die Menschen? Wie konnte man sich verteidigen? Welche Waffen wurden verwendet? Was tat man bei einer Belagerung?
Los, tauch noch einmal ein ins finstere Mittelalter!
 

Kampf um die Burg

Europas Adlige waren immer schnell zur Fehde bereit, und das Ziel des Angriffs war stets die Burg des Feindes.
Sie diente aber auch als Schutz vor Angriffen von Räubern und anderen Feinden. Auch die Bauern und Bewohner umliegender Dörfer, deren Land Eigentum des Burgherrn war, fanden Zuflucht in der Burg.
Die wichtigste Verteidigungsanlage war die Ringmauer mit den schmalen Schlitzen - den Schießscharten. Oben auf der Mauer befand sich der mit einer Brustwehr versehene Wehrgang. Die Brustwehr war eine schmale Mauer mit Zinnen, hinter denen Bogenschützen und kleine Katapulte Deckung fanden.
Aus der Ringmauer ragten Rundtürme, von denen aus Wachen einen guten Ausguck hatten.

Die Schwachstelle jeder Burg war das Tor, das groß genug sein musste, um Pferde und Wagen hindurch zu lassen. Es wurde besonders sorgfältig verstärkt.
Die Zugbrücke, die über den Wassergraben führte, wurde hochgezogen, das Fallgitter wurde heruntergelassen.

Die Einnahme einer Burg war schwierig und langwierig. Weil die Angreifer das wussten, versuchten sie es oft mit einem Überraschungsangriff, was aber selten Erfolg brachte.
Wenn die Burg nicht schnell einzunehmen war, begann man mit der Belagerung. Man versuchte, die Verteidiger auszuhungern, sodass sie aufgeben mussten. Man prüfte, wie man die Belagerungsmaschinen an die Burg heranbringen konnte.
Der Graben wurde mit Balken, Erdreich und Reisigbündeln aufgefüllt, damit man fahrbare Holztürme anrollen konnte. Daran hing an Ketten ein gewaltiger Baumstamm mit einer Metallspitze. Sie hatte oft die Form eines Bockes - daher der Name "Rammbock".
Gleichzeitig beschoss man die Burg mit großen Katapulten.

In wochenlanger Arbeit wurde versucht, einen Tunnel unter der Burgmauer zu graben.
Ein unerwarteter Sturmangriff brachte oft das Ende einer langen Belagerungszeit. Riesige Belagerungstürme kamen zum Einsatz. Sie waren noch höher als die Wehrgänge. Auf diese Weise kamen die Angreifer über die Mauer.






Die Burg wird belagert

Eine Burg musste jederzeit auf eine Belagerung vorbereitet sein. Die Versorgung mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln hatte Vorrang. Gelang es den Verteidigern, vor Eintreffen des feindlichen Heeres ausreichend Vorräte zu beschaffen, war die Abwehr schon halb geschafft.
Nur in seltenen Fällen dauerte eine Belagerung länger als ein Jahr. Häufig siegte keine Partei, sondern es kam vorher zu Verhandlungen, die in einem Kompromiss endeten, der beide Seiten das Gesicht wahren ließ.
Manchmal merkten die Angreifer auch, dass sich die Verteidiger noch lange halten konnten und zogen sich zurück, bevor Winter, Kälte und Schnee mehr Opfer forderten als ein Sturmangriff.
Wenn die Belagerung vorbei war, wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Oft waren die Zerstörungen enorm.
Jeder musste bei den Arbeiten helfen. Schließlich hatte die Burg ja auch vielen Menschen Schutz geboten.

Viele Burgen wurden Jahrhunderte lang nicht ein einziges Mal angegriffen, wohl weil sie absolut uneinnehmbar wirkten und der Angriff auf sie von vornherein keinen Erfolg versprach.
 


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