Ritterzeit 3
 

Für Kids Geschichten Wissenswertes Geburtstage Spiele

 

    

Teil 3
 

In den beiden ersten Teilen hast du schon einen Eindruck davon bekommen, dass das Leben in der Ritterzeit nicht so einfach und vor allem nicht so gemütlich war, wie heutzutage. Vielleicht hast du dich schon gefragt, welche Freuden es bei all den Unannehmlichkeiten für die damaligen Zeitgenossen gab. Nun, auch sie wussten sich zu beschäftigen ...
 

Spiele für Groß und Klein

Im Mittelalter hatten eigentlich nur die kleineren Kinder den ganzen Tag Zeit zum Spielen. Die größeren waren mit Arbeiten oder mit ihrer Ausbildung beschäftigt.
Die Kleinen hatten Puppen aus Holz oder Ton und liebten Spiele wie Blindekuh, Seilhüpfen, Fangen oder Verstecken. Als Spielzeuge hatten sie Kreisel, Windrädchen, Steckenpferde und Murmeln.
Im Winter gingen die Kinder mit den Erwachsenen zum Schlittschuhlaufen. Unter den Holzschuhen hatten sie Kufen aus Tierknochen.
Erwachsene beschäftigten sich in der spärlichen Freizeit gern mit Brettspielen wie Schach und Dame. Auch Domino und Würfelspiele gab es bereits.
Häufig wurden fahrende Spielleute wie Minnesänger, Tänzer und Bärenführer empfangen, die die Herrschaften unterhalten sollten.
In der wärmeren Jahreszeit war das liebste Freizeitvergnügen der hohen Herren jedoch die Jagd.
 

Der Burgherr geht auf die Jagd

Die Jagd mit Falken und ihre Abrichtung war das vornehmste Hobby der Ritter. Der Vogel flog auf, erspähte ein Beutetier, stürzte sich darauf und tötet es. Dann kehrte er auf die durch einen Handschuh geschützte Hand seines Herrn zurück.
Mit Pfeil und Bogen wurde auf Hasen, Rebhühner und Fasane Jagd gemacht.

Auf eine Treibjagd begab sich der Herr auf seinem Jagdross. Eine Hundemeute jagte hinter einem Wildschwein oder einem Hirsch her. Wenn das Tier schließlich erschöpft war, wurde es von seinen Verfolgern gestellt, und die Jäger machten ihm mit der Lanze den Garaus.
Der Herr jagte aber nicht nur zu seiner Unterhaltung. Er tötete das Wild, damit es die Felder nicht abfraß und um sich einen guten Braten zu beschaffen.
Die Bauern durften nur Fallen aufstellen, um kleinere Tiere zu fangen. So kamen auch sie ab zu zu einem Braten und einem wärmenden Fell.

Ein Fest wird gefeiert

Große und kleine Feste brachten eine willkommene Abwechslung in den eintönigen Alltag von Burgherren und ihren Untergebenen. Bei besonderen Anlässen dauerten die Festlichkeiten oft Tage.

Gäste wurden von nah und fern eingeladen, und Sänger, Gaukler und anderes fahrendes Volk kamen, um für Unterhaltung zu sorgen. Da ein solches Fest viel Gold und Lebensmittel kostete, konnte es sich der Burgherr nicht allzu oft leisten.
Alles begann mit einem feierlichen Gottesdienst am Morgen. Im Mittelpunkt des Festes stand in der Regel ein Turnier, aber es gab auch Dutzende anderer Attraktionen.
Das Essen bestand aus mehreren Gängen mit je vier bis fünf Speisen. Auch für das niedere Volk gab es reichlich zu essen und zu trinken.
 

Ein großes Spektakel: Das Turnier

Turniere waren riesige Feste, zu denen alle Menschen der Umgebung bis hin zu den ärmsten Bauern kamen, um ein wenig Abwechslung zu finden.
Auf der Tribüne drängten sich die Zuschauer. Von weit her kamen Ritter angereist, um in edlem Wettstreit ihre Kräfte zu messen. Ihre Namen und ihre Ruhmestaten waren allen wohlbekannt. An Wappen und Helmzier erkannte man die jeweilige Herkunft des Ritters.

Bei solchen Turnieren traten vor allem “Profis” an - Ritter, die von Turnier zu Turnier zogen und sich durch die Siegesprämien ihren Lebensunterhalt verdienten.
Der Sieger erhielt aus den Händen der vornehmsten Dame den Siegespreis. Am Abend wurde ein großes Fest gefeiert.

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