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Spiele für
Groß und Klein
Im Mittelalter hatten eigentlich nur
die kleineren Kinder den ganzen Tag Zeit zum Spielen. Die größeren waren
mit Arbeiten oder mit ihrer Ausbildung beschäftigt.
Die Kleinen hatten Puppen aus Holz oder
Ton und liebten Spiele wie Blindekuh, Seilhüpfen, Fangen oder Verstecken.
Als Spielzeuge hatten sie Kreisel, Windrädchen, Steckenpferde und Murmeln.
Im Winter gingen die Kinder mit den Erwachsenen zum Schlittschuhlaufen.
Unter den Holzschuhen hatten sie Kufen aus Tierknochen.
Erwachsene beschäftigten sich in der spärlichen Freizeit gern mit
Brettspielen wie Schach
und Dame. Auch Domino und Würfelspiele gab es bereits.
Häufig wurden fahrende Spielleute wie Minnesänger, Tänzer und Bärenführer
empfangen, die die Herrschaften unterhalten sollten.
In der wärmeren Jahreszeit war das liebste Freizeitvergnügen der hohen
Herren jedoch die Jagd.
Der
Burgherr geht auf die Jagd
Die Jagd mit Falken und ihre Abrichtung war das vornehmste Hobby der
Ritter. Der Vogel flog auf, erspähte ein Beutetier, stürzte sich darauf
und tötet es. Dann kehrte er auf die durch einen Handschuh geschützte Hand
seines Herrn zurück.
Mit Pfeil und Bogen wurde auf Hasen, Rebhühner und Fasane Jagd gemacht.
 Auf eine Treibjagd begab sich der Herr auf seinem Jagdross. Eine
Hundemeute jagte hinter einem Wildschwein oder einem Hirsch her. Wenn das
Tier schließlich erschöpft war, wurde es von seinen Verfolgern gestellt,
und die Jäger machten ihm mit der Lanze den Garaus.
Der Herr jagte aber nicht nur zu seiner Unterhaltung. Er tötete das Wild,
damit es die Felder nicht abfraß und um sich einen guten Braten zu
beschaffen.
Die Bauern durften nur Fallen aufstellen, um kleinere Tiere zu fangen. So
kamen auch sie ab zu zu einem Braten und einem wärmenden Fell. |
Ein Fest
wird gefeiert
Große und kleine Feste brachten eine
willkommene Abwechslung in den eintönigen Alltag von Burgherren und ihren
Untergebenen. Bei besonderen Anlässen dauerten die Festlichkeiten oft
Tage.

Gäste wurden von nah und fern eingeladen, und Sänger, Gaukler und anderes
fahrendes Volk kamen, um für Unterhaltung zu sorgen. Da ein solches Fest
viel Gold und Lebensmittel kostete, konnte es sich der Burgherr nicht
allzu oft leisten.
Alles begann mit einem feierlichen Gottesdienst am Morgen. Im Mittelpunkt
des Festes stand in der Regel ein Turnier, aber es gab auch Dutzende
anderer Attraktionen.
Das Essen bestand aus mehreren Gängen mit je vier bis fünf Speisen. Auch
für das niedere Volk gab es reichlich zu essen und zu trinken.
Ein großes
Spektakel: Das Turnier
Turniere waren riesige Feste, zu
denen alle Menschen der Umgebung bis hin zu den ärmsten Bauern kamen, um
ein wenig Abwechslung zu finden.
Auf der Tribüne drängten sich die Zuschauer. Von weit her kamen Ritter
angereist, um in edlem Wettstreit ihre Kräfte zu messen. Ihre Namen und
ihre Ruhmestaten waren allen wohlbekannt. An Wappen und Helmzier erkannte
man die jeweilige Herkunft des Ritters.
 Bei solchen Turnieren traten vor
allem “Profis” an - Ritter, die von Turnier zu Turnier zogen und sich
durch die Siegesprämien ihren Lebensunterhalt verdienten.
Der Sieger erhielt aus den Händen der vornehmsten Dame den Siegespreis. Am
Abend wurde ein großes Fest gefeiert. |