Der Feldhamster war früher von Belgien über Zentraleuropa bis nach Russland verbreitet. Seine Bestandszahlen sind zwar zurückgegangen, aber man trifft ihn immer noch in Steppenlandschaften und Agrarflächen an.
 

Lebensweise

Der Feldhamster ist im Gegensatz zu seinem Verwandten, dem Goldhamster, der gerne als Haustier gehalten wird, ein wild lebendes Säugetier. Seine Beine sind so kurz, dass es fast aussieht, als ob er mit seinem Bauchfell den Boden berührt, wenn er im Gras herumläuft.
Er wird 20 bis 27 cm lang und 220 bis 450 g schwer. Der Hamster kann bis zu 4 Jahre alt werden.

Trotz seiner besonderen Vorliebe für trockene, sandige Böden, wo er ohne große Mühe seine unterirdischen Baue und Gänge graben kann, ist der Hamster auf allen Arten von Gras- und Ackerland anzutreffen. Ebenso ist er in Hügellandschaften bis in 500 Meter Höhe zu finden.
Vorwiegend sind die Tierchen in der Nähe von Flüssen, auf Feldern und Weideland zu sehen.
Der Hamster lebt das ganze Jahr über unterirdisch und gräbt sich verschiedene Baue für verschiedene Jahreszeiten. Ein Bau kann sehr weit verzweigt sein - die Größe steht in der Regel im Verhältnis zu Alter des Tieres - und wird nur von einem Tier bewohnt.
In manchen Gegenden, wo die Voraussetzungen besonders günstig sind, kann es mehrere Baue in einem kleinen Gebiet geben, sodass fälschlicherweise der Eindruck entsteht, es handele sich hier um eine ganze Hamsterkolonie.

Auf dem Bild rechts siehst du im oberen Bereich drei Kammern des Sommerbaus. In der Regel führen sechs bis acht Eingänge zu den Kammern. Diejenigen, in denen kein Futter gelagert wird, dienen zum Fressen und zum Schlafen.
Weiter unten, tief in der Erde, befindet sich der Winterbau, in dem große Mengen Futter gelagert werden.
Im Winter zieht sich der Hamster in seinen Bau zurück und verschließt die Eingänge mit  Erde. Hier hält er in der kalten Zeit in einem mit Gras ausgelegten Nest Winterschlaf. Obwohl seine Körpertemperatur dann auf etwa 4°C absinkt, wacht das Tier meist alle paar Tage auf und frisst von seinen im Herbst angelegten Vorräten.
 

Nahrung und Ernährungsweise

Der Hamster ernährt sich überwiegend von einer ganzen Reihe von Pflanzen: Gras, Klee, Bohnen und Linsen, Ackerwildkräuter und Getreide, Blüten, Samen und Knollen. Er frisst auch Insekten, Eidechsen, Frösche, kleine Vögel und Feldmäuse. Meistens geht er nachts auf Nahrungssuche.
Wenn in einem Gebiet zu viele Hamster leben, kann es bei Nahrungsknappheit zu einer regelrechten Völkerwanderung zum Aufspüren neuer Nahrungsgründe kommen. Dabei überqueren die Hamster auch gelegentlich größere Flüsse; sie sind nämlich gute Schwimmer.
Gegen Ende des Herbstes ist der Hamster geschäftig dabei, Nahrung für den Winter zu "hamstern". Er transportiert Pflanzenwurzeln mit den Vorderzähnen und stopft sich die Backentaschen mit seinen geschickten Pfoten mit Getreidekörnern, Hülsenfrüchten und Knollen voll. Im Bau angekommen, leert er wiederum mit den Pfoten die voll gestopften Backen in einer Kammer aus, die er extra zu diesem Zweck gegraben hat.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit des Feldhamsters beginnt im Spätfrühling und zieht sich bis zum Sommer. In dieser Zeit kann das Weibchen zweimal werfen. Von April an dringen die Männchen in die Baue der Weibchen ein, von wo sie aber gleich nach der Paarung wieder vertrieben werden.

Vier bis 16 blinde und nackte Junge werden nach der 16 Tage dauernden Trächtigkeit in einer Nestkammer geboren. Die Jungen wiegen jedes nur vier bis sechs Gramm bei ihrer Geburt, doch schon innerhalb einer Woche fangen sie an, Gras zu knabbern. Ihre Augen öffnen sich im Alter von zwei Wochen. Bis dahin ist ihnen auch ein dichtes Fell gewachsen.
Die Jungen bleiben nur sehr kurze Zeit bei der Mutter. Sie werden nach drei Wochen entwöhnt, das heißt, sie werden dann nicht mehr mit Muttermilch gefüttert. Vorher werden sie von der Mutter aber sehr intensiv umhegt und beschützt. Wenn Gefahr droht, kann sie kleine Junge ins Maul nehmen und sie zum Transport in die Backentaschen stopfen oder sie an der zahnlosen Stelle zwischen Schneide- und Backenzähnen tragen.
Feldhamsterweibchen können bereits mit zweieinhalb Monaten die ersten Jungen werfen, sodass der erste Wurf eines jeden Jahres bereits im Spätsommer schon wieder eigene Junge haben kann.
 

Feldhamster und Mensch

Im größten Teil seines Verbreitungsgebietes wird der Feldhamster als Plage angesehen, da er Pflanzenwurzeln ausgräbt, Gräser, Klee und Hülsenfrüchte frisst und Getreidehalme nieder zieht, um an die Körner zu kommen. Er hamstert Körner, Kartoffeln und Zuckerrüben und legt in seinem Bau Wintervorräte davon an. Die Bestandszahlen des Hamsters haben sich als Folge der modernen Ackerbaumethoden erheblich verringert.

Über Jahre hinweg wurde der Hamster auch wegen seines Fells gejagt, das früher sehr beliebt bei Kürschnern (das sind Handwerker, die Pelzstücke zu Kleidung verarbeiten) war. Zur Hamsterjagd wurden manchmal Hunde benutzt, die die Hamster auf Sicht, weniger mit ihrem Geruchssinn verfolgten. Bei Bedrohung verteidigt sich der Hamster wild und greift dabei seine Verfolger notfalls an - auch Menschen. Normalerweise ist der Hamster aber ein friedliches Tier.


Hättest du dir das gedacht?

Aufzählung

Wenn die Feldhamster ihre Backentaschen voll mit Nahrung gefüllt haben, reichen diese bis zu den Schulterblättern.

Aufzählung

In einem Hamster-Vorratslager wurden einmal 60 Kilogramm Körner, Samen Hülsenfrüchte und Wurzeln gefunden!

Aufzählung

Feldhamster sind gute Schwimmer; man sagt, sie seien besonders schwimmfähig, da sie im Wasser ihre Backentaschen mit Luft aufblasen.

 


 

© 2011 VS Guntramsdorf
 Inhalte von Eva Hensely
Die VS Guntramsdorf distanziert sich von den Inhalten verlinkter Seiten und kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden.