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Lebensweise
Der Feldhamster ist im
Gegensatz zu seinem Verwandten, dem Goldhamster, der gerne als Haustier
gehalten wird, ein wild lebendes Säugetier. Seine Beine sind so kurz, dass
es fast aussieht, als ob er mit seinem Bauchfell den Boden berührt, wenn
er im Gras herumläuft.
Er wird 20 bis 27 cm lang und 220 bis 450 g schwer. Der Hamster kann bis
zu 4 Jahre alt werden.

Trotz seiner besonderen
Vorliebe für trockene, sandige Böden, wo er ohne große Mühe seine
unterirdischen Baue und Gänge graben kann, ist der Hamster auf allen Arten
von Gras- und Ackerland anzutreffen. Ebenso ist er in Hügellandschaften
bis in 500 Meter Höhe zu finden.
Vorwiegend sind die Tierchen in der Nähe von Flüssen, auf Feldern und
Weideland zu sehen.
Der Hamster lebt das ganze Jahr über unterirdisch und gräbt sich
verschiedene Baue für verschiedene Jahreszeiten. Ein Bau kann sehr weit
verzweigt sein - die Größe steht in der Regel im Verhältnis zu Alter des
Tieres - und wird nur von einem Tier bewohnt.
In manchen Gegenden, wo die Voraussetzungen besonders günstig sind, kann
es mehrere Baue in einem kleinen Gebiet geben, sodass fälschlicherweise
der Eindruck entsteht, es handele sich hier um eine ganze Hamsterkolonie.

Auf dem Bild rechts siehst
du im oberen Bereich drei Kammern des Sommerbaus. In der Regel führen
sechs bis acht Eingänge zu den Kammern. Diejenigen, in denen kein Futter
gelagert wird, dienen zum Fressen und zum Schlafen.
Weiter unten, tief in der Erde, befindet sich der Winterbau, in dem große
Mengen Futter gelagert werden.
Im Winter zieht sich der Hamster in seinen Bau zurück und verschließt die
Eingänge mit Erde. Hier hält er in der kalten Zeit in einem mit Gras
ausgelegten Nest Winterschlaf. Obwohl seine Körpertemperatur dann auf etwa
4°C absinkt, wacht das Tier meist alle paar Tage auf und frisst von seinen
im Herbst angelegten Vorräten.
Nahrung und Ernährungsweise
Der Hamster ernährt sich
überwiegend von einer ganzen Reihe von Pflanzen: Gras, Klee, Bohnen und
Linsen, Ackerwildkräuter und Getreide, Blüten, Samen und Knollen. Er
frisst auch Insekten, Eidechsen, Frösche, kleine Vögel und Feldmäuse.
Meistens geht er nachts auf Nahrungssuche.
Wenn in einem Gebiet zu viele Hamster leben, kann es bei Nahrungsknappheit
zu einer regelrechten Völkerwanderung zum Aufspüren neuer Nahrungsgründe
kommen. Dabei überqueren die Hamster auch gelegentlich größere Flüsse; sie
sind nämlich gute Schwimmer.
Gegen Ende des Herbstes ist der Hamster geschäftig dabei, Nahrung für den
Winter zu "hamstern". Er transportiert Pflanzenwurzeln mit den
Vorderzähnen und stopft sich die Backentaschen mit seinen geschickten
Pfoten mit Getreidekörnern, Hülsenfrüchten und Knollen voll. Im Bau
angekommen, leert er wiederum mit den Pfoten die voll gestopften Backen in
einer Kammer aus, die er extra zu diesem Zweck gegraben hat. |
Fortpflanzung
Die Fortpflanzungszeit des
Feldhamsters beginnt im Spätfrühling und zieht sich bis zum Sommer. In
dieser Zeit kann das Weibchen zweimal werfen. Von April an dringen die
Männchen in die Baue der Weibchen ein, von wo sie aber gleich nach der
Paarung wieder vertrieben werden.

Vier bis 16 blinde und
nackte Junge werden nach der 16 Tage dauernden Trächtigkeit in einer
Nestkammer geboren. Die Jungen wiegen jedes nur vier bis sechs Gramm bei
ihrer Geburt, doch schon innerhalb einer Woche fangen sie an, Gras zu
knabbern. Ihre Augen öffnen sich im Alter von zwei Wochen. Bis dahin ist
ihnen auch ein dichtes Fell gewachsen.
Die Jungen bleiben nur sehr kurze Zeit bei der Mutter. Sie werden nach
drei Wochen entwöhnt, das heißt, sie werden dann nicht mehr mit
Muttermilch gefüttert. Vorher werden sie von der Mutter aber sehr intensiv
umhegt und beschützt. Wenn Gefahr droht, kann sie kleine Junge ins Maul
nehmen und sie zum Transport in die Backentaschen stopfen oder sie an der
zahnlosen Stelle zwischen Schneide- und Backenzähnen tragen.
Feldhamsterweibchen können bereits mit zweieinhalb Monaten die ersten
Jungen werfen, sodass der erste Wurf eines jeden Jahres bereits im
Spätsommer schon wieder eigene Junge haben kann.
Feldhamster und Mensch
Im größten Teil seines
Verbreitungsgebietes wird der Feldhamster als Plage angesehen, da er
Pflanzenwurzeln ausgräbt, Gräser, Klee und Hülsenfrüchte frisst und
Getreidehalme nieder zieht, um an die Körner zu kommen. Er hamstert
Körner, Kartoffeln und Zuckerrüben und legt in seinem Bau Wintervorräte
davon an. Die Bestandszahlen des Hamsters haben sich als Folge der
modernen Ackerbaumethoden erheblich verringert.

Über Jahre hinweg wurde
der Hamster auch wegen seines Fells gejagt, das früher sehr beliebt bei
Kürschnern (das sind Handwerker, die Pelzstücke zu Kleidung verarbeiten)
war. Zur Hamsterjagd wurden manchmal Hunde benutzt, die die Hamster auf
Sicht, weniger mit ihrem Geruchssinn verfolgten. Bei Bedrohung verteidigt
sich der Hamster wild und greift dabei seine Verfolger notfalls an - auch
Menschen. Normalerweise ist der Hamster aber ein friedliches Tier.
Hättest du dir
das gedacht?
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Wenn die Feldhamster ihre
Backentaschen voll mit Nahrung gefüllt haben, reichen diese bis zu den
Schulterblättern.
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In einem
Hamster-Vorratslager wurden einmal 60 Kilogramm Körner, Samen
Hülsenfrüchte und Wurzeln gefunden!
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Feldhamster sind gute
Schwimmer; man sagt, sie seien besonders schwimmfähig, da sie im Wasser
ihre Backentaschen mit Luft aufblasen.
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