Die Königskobra ist eine der giftigsten Schlangen der Welt. Ihr Gift tötet einen Menschen innerhalb von 15 Sekunden. Selbst andere Giftschlangen leben in Angst vor ihr, da die Königskobra Schlangen tötet und frisst.
 

Lebensweise

Die Königskobra ist die längste Giftschlange der Erde. Sie wird durchschnittlich dreieinhalb bis vier Meter lang. Die längste Schlange, die je gefunden wurde, war 5,58 Meter lang.


Die Königskobra kommt weit weniger häufig vor als ihre kleineren Verwandten. Dennoch ist sie zahlreich anzutreffen in den dichten Wäldern im Bergland Südasiens und wurde schon Höhen bis 2.000 Metern über dem Meeresspiegel in den indischen Bergen beobachtet. Sie ist überall auf dem Festland Indiens, Südchinas und Südostasiens verbreitet.
Die Königskobra ist ein tag- und nachtaktives Tier. Sie ist aber nur selten zu sehen, da sie vor allem in Waldgegenden ein zurückgezogenes und lautloses Leben führt und sehr scheu ist.

Sie ist außerdem ein Einzelgänger. Nur in der Paarungszeit lebt sie zusammen mit einem Partner.
Wird sie bedroht, kann sie sich zu einem Drittel ihrer gesamten Länge aufrichten. In manchen Fällen kann dies die Größe eines durchschnittlich großen Menschen übertreffen.

Außerdem spreizt sie bei Bedrohung ihren Hals mit Hilfe der beweglichen Rippen zu einer Art Kragen auseinander. Sie wirkt dadurch Furcht einflößender. Die Brillenschlange, eine Verwandte der Kobra, hat außerdem auf der Rückseite dieses "Kragens" eine auffällige Brillenzeichnung, die als Warnung gegen Räuber dient.

  

Die Königskobra scheint mit Vorliebe in Wassernähe zu leben. Wenn sie bedroht wird, entkommt sie, indem sie sich einfach ins Wasser gleiten lässt und davon schwimmt. Sie ist außerdem ein guter Kletterer.
Königskobras werden etwa 20 Jahre alt, können jedoch auch länger leben, wenn die Lebensumstände günstig sind.
Verwandte Arten sind die Brillenschlangen, die afrikanische Schwarze Mamba sowie die australische Todesotter.
 

Fortpflanzung

Die Königskobra erreicht ihre Geschlechtsreife mit 5 bis sechs Jahren. Die Paarung findet im Januar statt. Ein Nest wird im April oder Mai gebaut.
Die Königskobra häutet sich zu Beginn der Fortpflanzungszeit. Beim Weibchen wird dadurch ein Duftlockstoff freigesetzt, durch den das Männchen angelockt wird. Das Männchen schlingt seinen Körper um den des Weibchens. Das Paar kann in diesem Zustand lange aushalten.
Für Schlangen ungewöhnlich ist, dass bei Königskobras Paare während der ganzen Fortpflanzungszeit zusammen bleiben, und dass sie auch gemeinsam ein Nest bauen und Brutpflege betreiben.

Das Paar sucht nach einem geeigneten Platz für das Nest und verteidigt es gegen Eierräuber. Das Weibchen legt 20 bis 50 weiße Eier in eine Vertiefung in der Mitte des Nestes. 60 bis 70 Tage dauert es, bis die jungen Schlangen aus den Eiern ausschlüpfen.
Das Männchen lauert in dieser Zeit in der Nähe, allzeit bereit, sich Räubern in den Weg zu stellen. Es kommt sogar vor, dass auch das Weibchen wenn nötig das Nest zur Verteidigung der Eier verlässt.


Nahrung und Jagd

Die Königskobra ist eines der wenigen Reptilien, das Schlangen tötet. Sie ist ein gefährlicher Gegner und greift sogar Pythons, hochgiftige andere Kobra-Arten und Warane an, die so groß sind wie sie selbst. Sie jagt dem Geruch nach, wobei sie die Luft mit ihrer gespaltenen Zunge nach Beutetieren "absucht" und sie im dichten Unterholz aufspürt. Wenn sie nahe genug an der Beute und zum Angriff bereit ist, verlässt sie sich nur noch auf ihre Augen, schlägt ihre Giftzähne in die Beute und macht sie mit dem Gift kampfunfähig. Es wird in besonders entwickelten Speicheldrüsen produziert, die sich hinter den Augen befinden. Wenn die Schlange zubeißt, wird es durch die Giftzähne in die Wunde gepresst.

Danach schlingt sie das Opfer herunter, was bei einem großen Beutetier einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Sie schluckt ihre Beute nämlich als ganzes und völlig unzerteilt hinunter. Um das Schlucken zu erleichtern, besteht ihr Unterkiefer aus zwei voneinander unabhängigen Knochen, die nur lose mit dem Schädel verbunden sind. Diese beiden Knochen können sehr weit auseinanderrutschen. Dadurch können Königskobras Beutetiere schlucken, die dicker als ihr eigener Kopf sind.
Die Beute gelangt durch abwechselnde Bewegung ihrer beiden unteren Kieferknochen langsam in den Magen. Dabei dehnt sich ihre Haut entsprechend der Größe des Beutetieres. Das Verschlingen großer Beutetiere kann einige Stunden dauern. Dafür braucht die Kobra dann auch einige Wochen lang gar nichts mehr zu fressen.
 

Königskobra und Mensch

Eine Begegnung mit einer Königskobra kann schreckliche Folgen haben. Ihre Giftzähne sind zwar nicht länger 15 Millimeter, aber sie können mehr Gift ausstoßen als die fast jeder anderen Schlange.
In der Fortpflanzungszeit ist die Königskobra höchst gefährlich. Wenn in Indien ein Nest gefunden wird, bringt die Polizei häufig alle Menschen in der Gegend in Sicherheit und riegelt die Straßen ab. Spezialisten entfernen dann das Nest.
Das Gift der Kobra greift unser Nervensystem an. Das Opfer hat Schmerzen, kann nur verschwommen sehen, ist ganz benommen und kann innerhalb von 15 Minuten tot sein.
Hilfe kommt in solchen Fällen meist zu spät.

 

Hättest du's gewusst?

  • Das Gift einer Königskobra reicht aus, um einen voll ausgewachsenen indischen Elefanten innerhalb von drei Stunden zu töten, wenn sie ihn an einer empfindlichen Stelle wie der Rüsselspitze gebissen hat.

  • In Burma werden Königskobras für Schlangenbeschwörungen eingesetzt. Der dramatische Höhepunkt ist dabei, dass der Schlangenbeschwörer sich vorbeugt und die Schlange oben auf den Kopf küsst.

  • Schlangen sind für fast alle Laute taub. Sie nehmen jedoch durch den Boden übertragene Schwingungen wahr und sind deshalb leicht durch schwere Schritte zu verjagen.


 

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 Inhalte von Eva Hensely
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