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Lebensweise
Die Königskobra ist die längste Giftschlange der Erde.
Sie wird durchschnittlich dreieinhalb bis vier Meter lang. Die längste
Schlange, die je gefunden wurde, war 5,58 Meter lang.

Die Königskobra kommt weit weniger häufig vor als ihre kleineren
Verwandten. Dennoch ist sie zahlreich anzutreffen in den dichten Wäldern
im Bergland Südasiens und wurde schon Höhen bis 2.000 Metern über dem
Meeresspiegel in den indischen Bergen beobachtet. Sie ist überall auf dem
Festland Indiens, Südchinas und Südostasiens verbreitet.
Die Königskobra ist ein tag- und nachtaktives Tier. Sie ist aber nur
selten zu sehen, da sie vor allem in Waldgegenden ein zurückgezogenes und
lautloses Leben führt und sehr scheu ist.

Sie ist außerdem ein Einzelgänger. Nur in der
Paarungszeit lebt sie zusammen mit einem Partner.
Wird sie bedroht, kann sie sich zu einem Drittel ihrer gesamten Länge
aufrichten. In manchen Fällen kann dies die Größe eines durchschnittlich
großen Menschen übertreffen.

Außerdem spreizt sie bei Bedrohung ihren Hals mit Hilfe der beweglichen
Rippen zu einer Art Kragen auseinander. Sie wirkt dadurch Furcht
einflößender. Die Brillenschlange, eine Verwandte der Kobra, hat außerdem
auf der Rückseite dieses "Kragens" eine auffällige Brillenzeichnung, die
als Warnung gegen Räuber dient.

Die Königskobra scheint mit Vorliebe in Wassernähe zu leben. Wenn sie
bedroht wird, entkommt sie, indem sie sich einfach ins Wasser gleiten
lässt und davon schwimmt. Sie ist außerdem ein guter Kletterer.
Königskobras werden etwa 20 Jahre alt, können jedoch auch länger leben,
wenn die Lebensumstände günstig sind.
Verwandte Arten sind die Brillenschlangen, die afrikanische Schwarze Mamba
sowie die australische Todesotter.
Fortpflanzung
Die Königskobra erreicht ihre Geschlechtsreife mit 5
bis sechs Jahren. Die Paarung findet im Januar statt. Ein Nest wird im
April oder Mai gebaut.
Die Königskobra häutet sich zu Beginn der Fortpflanzungszeit. Beim
Weibchen wird dadurch ein Duftlockstoff freigesetzt, durch den das
Männchen angelockt wird. Das Männchen schlingt seinen Körper um den des
Weibchens. Das Paar kann in diesem Zustand lange aushalten.
Für Schlangen ungewöhnlich ist, dass bei Königskobras Paare während der
ganzen Fortpflanzungszeit zusammen bleiben, und dass sie auch gemeinsam
ein Nest bauen und Brutpflege betreiben.
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Das Paar sucht nach einem geeigneten Platz für das Nest und verteidigt es
gegen Eierräuber. Das Weibchen legt 20 bis 50 weiße Eier in eine
Vertiefung in der Mitte des Nestes. 60 bis 70 Tage dauert es, bis die
jungen Schlangen aus den Eiern ausschlüpfen.
Das Männchen lauert in dieser Zeit in der Nähe, allzeit bereit, sich
Räubern in den Weg zu stellen. Es kommt sogar vor, dass auch das Weibchen
wenn nötig das Nest zur Verteidigung der Eier verlässt.
Nahrung und Jagd
Die Königskobra ist eines der wenigen Reptilien, das
Schlangen tötet. Sie ist ein gefährlicher Gegner und greift sogar Pythons,
hochgiftige andere Kobra-Arten und Warane an, die so groß sind wie sie
selbst. Sie jagt dem Geruch nach, wobei sie die Luft mit ihrer gespaltenen
Zunge nach Beutetieren "absucht" und sie im dichten Unterholz aufspürt.
Wenn sie nahe genug an der Beute und zum Angriff bereit ist, verlässt sie
sich nur noch auf ihre Augen, schlägt ihre Giftzähne in die Beute und
macht sie mit dem Gift kampfunfähig. Es wird in besonders entwickelten
Speicheldrüsen produziert, die sich hinter den Augen befinden. Wenn die
Schlange zubeißt, wird es durch die Giftzähne in die Wunde gepresst.

Danach schlingt sie das Opfer herunter, was bei einem großen Beutetier
einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Sie schluckt ihre Beute nämlich als
ganzes und völlig unzerteilt hinunter. Um das Schlucken zu erleichtern,
besteht ihr Unterkiefer aus zwei voneinander unabhängigen Knochen, die nur
lose mit dem Schädel verbunden sind. Diese beiden Knochen können sehr weit
auseinanderrutschen. Dadurch können Königskobras Beutetiere schlucken, die
dicker als ihr eigener Kopf sind.
Die Beute gelangt durch abwechselnde Bewegung ihrer beiden unteren
Kieferknochen langsam in den Magen. Dabei dehnt sich ihre Haut
entsprechend der Größe des Beutetieres. Das Verschlingen großer Beutetiere
kann einige Stunden dauern. Dafür braucht die Kobra dann auch einige
Wochen lang gar nichts mehr zu fressen.
Königskobra und Mensch
Eine Begegnung mit einer
Königskobra kann schreckliche Folgen haben. Ihre Giftzähne sind zwar nicht
länger 15 Millimeter, aber sie können mehr Gift ausstoßen als die fast
jeder anderen Schlange.
In der Fortpflanzungszeit ist die Königskobra höchst gefährlich. Wenn in
Indien ein Nest gefunden wird, bringt die Polizei häufig alle Menschen in
der Gegend in Sicherheit und riegelt die Straßen ab. Spezialisten
entfernen dann das Nest.
Das Gift der Kobra greift unser Nervensystem an. Das Opfer hat Schmerzen,
kann nur verschwommen sehen, ist ganz benommen und kann innerhalb von 15
Minuten tot sein.
Hilfe kommt in solchen Fällen meist zu spät.

Hättest du's gewusst?
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Das Gift einer Königskobra reicht aus,
um einen voll ausgewachsenen indischen Elefanten innerhalb von drei
Stunden zu töten, wenn sie ihn an einer empfindlichen Stelle wie der
Rüsselspitze gebissen hat.
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In Burma werden Königskobras für
Schlangenbeschwörungen eingesetzt. Der dramatische Höhepunkt ist dabei,
dass der Schlangenbeschwörer sich vorbeugt und die Schlange oben auf den
Kopf küsst.
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Schlangen sind für fast alle Laute
taub. Sie nehmen jedoch durch den Boden übertragene Schwingungen wahr und
sind deshalb leicht durch schwere Schritte zu verjagen.
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