Der Mustang stammt von den Pferden ab, die im 16. Jahrhundert von den Spaniern mit nach Amerika gebracht wurden. Dort sind sie ausgebrochen und sind in den Prärien zu Wildpferden geworden. Bestimmt kennst du sie aus Filmen.
 

Lebensweise

Mustangs leben in kleinen Herden. Das tun sie auch, weil sie sich auf diese Weise besser gegen Raubtiere wehren können. Ein Hengst (männliches Tier) lebt mit zwei bis acht Stuten (weibliche Tiere) und ihren Fohlen (Jungtiere) zusammen.

Die Tiere leben in einem abgegrenzten Revier. Sie dulden andere Herden im Randbereich dieses Gebietes. Manchmal schließen sie sich sogar mit ihnen zusammen, um Feinde wie Kojoten, Wölfe oder Pumas abzuwehren.

Meist führt die Herde das älteste Weibchen, die Leitstute, an. Bei Gefahr bringt sie die Herde in Sicherheit. Der Hengst bleibt zurück und kämpft. Er baut sich vor dem Eindringling auf, stampft laut schnaubend mit den Vorderhufen auf und wirbelt dabei Staub auf.


Vermehrung

Die Stuten tragen die Fohlen elf Monate im Bauch. Sie kommen im Frühling zur Welt und haben dann bis zum Wintereinbruch genug Zeit, um kräftig genug zu werden.
Wenn es Zeit für die Geburt ist, verlassen die Stuten die Herde und suchen einen gut versteckten Platz, wo sie ihr Fohlen zur Welt bringen. Obwohl Mustangs viele verschiedene Fellfärbungen haben, sind die neugeborenen Fohlen gut getarnt, wenn sie auf der staubigen Erde liegen.
Wie alle jungen Pferde können sie wenige Stunden nach der Geburt schon stehen und bereits kurze Zeit später erstaunlich schnell laufen. Nach zwei bis drei Tagen kehren die Fohlen mit ihrer Mutter zur Herde zurück und bleiben dort mindestens das nächste Jahr.
Der Hengst will keine anderen Männchen in der Herde, deshalb verjagt er die Junghengste nach spätestens drei Jahren.


Nahrung

Wie alle Pferde fressen die Mustangs nur Pflanzen. Auf ihrem Speiseplan stehen Hartgräser, Salbeibüsche und Wacholdersträuche. Da es aber recht wenig Nahrung gibt, mussten sich die Mustangs an eine Ernährung gewöhnen, die den gezähmten Pferden nicht genügen würde. Im Extremfall kann ein Mustang mehrere Tage ohne Fressen und Wasser auskommen. Er hat auch gelernt, das Eis an gefrorenen Wasserstellen mit den Hufen aufzubrechen. Um seinen Durst  bei Flüssigkeitsmangel zu löschen, kaut er sogar an den stacheligen Kakteen. 

Im Gegensatz zu allen anderen wilden Tieren gibt es den Mustang eigentlich nur durch den Menschen. Doch ebenfalls der Mensch hat ihn fast ausgerottet Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gab es in mindestens neun Staaten der USA Mustangs. Es gab zwischen zwei und fünf Millionen Tiere.
Später, als Siedler das Land für sich nutzten, wurden Tausende Mustangs vertrieben, eingefangen oder getötet.
Eine riesige Zahl von Mustangs starb im ersten Weltkrieg, andere wurden als Cowboy-Pferde eingesetzt. So gab es Mitte der 60er Jahre nur noch 18000 bis 34000 Mustangs. Anfang der 70er Jahre waren es weniger als 10000.


Hättest du's gewusst?

·      Der Name "Mustang" stammt von dem spanischen Wort "mesteno" ab. Dies bedeutet "ohne Besitzer", "herrenlos". Es ist abgeleitet von dem Wort "la mesta". Dies bedeutet soviel wie "sie gehören jedem und keinem".

·      Um einen Angriff von Wölfen abzuwehren, bilden die Mustangs einen engen Kreis, wobei sie die Fohlen in ihre Mitte nehmen. Sobald die Wölfe versuchen, die Kette zu durchbrechen, schlagen sie mit den Hufen und beißen mit den Zähnen nach ihnen.

·       Die Indianer Amerikas hatten oft Mustangs als Reittiere, wobei die verschiedenen Stämme bestimmte Farben bevorzugten. Die Cheyenne-Indianer beispielsweise hielten Pferde mit gesprenkeltem Kopf und gefleckter Brust für heilig und glaubten, dass sie ihnen im Kampf zum Sieg verhelfen würden.


 

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 Inhalte von Eva Hensely
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