|
Lebensweise

Mustangs leben
in kleinen Herden. Das tun sie auch, weil sie sich auf diese Weise besser
gegen Raubtiere wehren können. Ein Hengst (männliches Tier) lebt mit zwei
bis acht Stuten (weibliche Tiere) und ihren Fohlen (Jungtiere) zusammen.

Die Tiere leben
in einem abgegrenzten Revier. Sie dulden andere Herden im Randbereich
dieses Gebietes. Manchmal schließen sie sich sogar mit ihnen zusammen, um
Feinde wie Kojoten, Wölfe oder Pumas abzuwehren.

Meist führt die
Herde das älteste Weibchen, die Leitstute, an. Bei Gefahr bringt sie die
Herde in Sicherheit. Der Hengst bleibt zurück und kämpft. Er baut sich vor
dem Eindringling auf, stampft laut schnaubend mit den Vorderhufen auf und
wirbelt dabei Staub auf.

Vermehrung
Die Stuten tragen die Fohlen elf Monate im Bauch. Sie kommen im Frühling
zur Welt und haben dann bis zum Wintereinbruch genug Zeit, um kräftig
genug zu werden.
Wenn es Zeit für die Geburt ist, verlassen die Stuten die Herde und suchen
einen gut versteckten Platz, wo sie ihr Fohlen zur Welt bringen. Obwohl
Mustangs viele verschiedene Fellfärbungen haben, sind die neugeborenen
Fohlen gut getarnt, wenn sie auf der staubigen Erde liegen.
Wie alle jungen Pferde können sie wenige Stunden nach der Geburt schon
stehen und bereits kurze Zeit später erstaunlich schnell laufen. Nach zwei
bis drei Tagen kehren die Fohlen mit ihrer Mutter zur Herde zurück und
bleiben dort mindestens das nächste Jahr.
Der Hengst will keine anderen Männchen in der Herde, deshalb verjagt er
die Junghengste nach spätestens drei Jahren. |

Nahrung
Wie alle Pferde fressen die Mustangs nur Pflanzen. Auf ihrem
Speiseplan stehen Hartgräser, Salbeibüsche und Wacholdersträuche. Da es
aber recht wenig Nahrung gibt, mussten sich die Mustangs an eine Ernährung
gewöhnen, die den gezähmten Pferden nicht genügen würde. Im Extremfall
kann ein Mustang mehrere Tage ohne Fressen und Wasser auskommen. Er hat
auch gelernt, das Eis an gefrorenen Wasserstellen mit den Hufen
aufzubrechen. Um seinen Durst bei Flüssigkeitsmangel zu löschen, kaut er
sogar an den stacheligen Kakteen.
Im Gegensatz zu allen anderen wilden Tieren gibt es den
Mustang eigentlich nur durch den Menschen. Doch ebenfalls der Mensch hat
ihn fast ausgerottet Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gab es in
mindestens neun Staaten der USA Mustangs. Es gab zwischen zwei und fünf
Millionen Tiere.
Später, als Siedler das Land für sich nutzten, wurden Tausende Mustangs
vertrieben, eingefangen oder getötet.
Eine riesige Zahl von Mustangs starb im ersten Weltkrieg, andere wurden
als Cowboy-Pferde eingesetzt. So gab es Mitte der 60er Jahre nur noch
18000 bis 34000 Mustangs. Anfang der 70er Jahre waren es weniger als
10000.

Hättest du's gewusst?
· Der
Name "Mustang" stammt von dem spanischen Wort "mesteno" ab. Dies bedeutet
"ohne Besitzer", "herrenlos". Es ist abgeleitet von dem Wort "la mesta".
Dies bedeutet soviel wie "sie gehören jedem und keinem".
· Um
einen Angriff von Wölfen abzuwehren, bilden die Mustangs einen engen
Kreis, wobei sie die Fohlen in ihre Mitte nehmen. Sobald die Wölfe
versuchen, die Kette zu durchbrechen, schlagen sie mit den Hufen und
beißen mit den Zähnen nach ihnen.
·
Die Indianer Amerikas hatten oft Mustangs als Reittiere, wobei die
verschiedenen Stämme bestimmte Farben bevorzugten. Die Cheyenne-Indianer
beispielsweise hielten Pferde mit gesprenkeltem Kopf und gefleckter Brust
für heilig und glaubten, dass sie ihnen im Kampf zum Sieg verhelfen
würden. |