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1) Lebensweise
Der Tiger ist ein Raubtier und gehört zur Familie der
Katzenartigen.
Königstiger werden, vom Kopf bis zum Schwanz gemessen, zwischen zwei und
drei Meter lang. Die Schulterhöhe beträgt bis zu 91 cm. Ein Männchen wird
180 bis 260 Kilogramm schwer.
Königstiger können 15 - 25 Jahre alt werden.
Es gibt sieben weitere Tigerunterarten, die unter verschiedenen
Lebensbedingungen fast rund um die Erde vorkommen. Sie lassen sich durch
die Farbe des Pelzes unterscheiden.

Die größte Katze der Welt ist der Sibirische Tiger, der über 100 Kilogramm
mehr wiegt, als der Königstiger.
Der Königstiger lebt hauptsächlich in Ostindien und Bangladesh.
Seine Fellfärbung ist für uns sehr außergewöhnlich. Im Zoo ist er dadurch
nicht zu übersehen. Im schützenden Schatten der Wälder seiner Heimat ist
er dadurch aber nicht leicht zu entdecken. Die Streifen sind eine
optimale
Tarnung im Spiel von Licht und Schatten.

Der Tiger ist ein Einzelgänger und ein
Nachttier. Er teilt seine Reviere
nicht gern mit anderen. Deshalb markiert er sie durch seinen stark
riechenden Harn. So wissen andere Tiere, dass dieses Revier besetzt ist,
und es ist für sie gleichzeitig eine Warnung, besser nicht zu nahe zu
kommen.
Außerdem reißt der Tiger von Bäumen die Rinde ab. Auch dadurch markiert er
sein Revier. Gegenüber männlichen Artgenossen verteidigt er es wütend,
aber Weibchen erlaubt er manchmal, die Grenzen zu überschreiten.
Tiger brauchen ein großes Jagdrevier. Männchen besetzen etwa 55
Quadratkilometer und Weibchen 45 Quadratkilometer. Da sie ja, wie schon
gesagt, Einzelgänger sind und ihre Jagdgründe nicht teilen, brauchen schon
wenige Tiger ein sehr großes Gebiet zum Leben.
Normalerweise hat der Tiger in seinem Revier mehrere Lager und benutzt
immer das, das gerade am geeignetsten erscheint.
Tiger sind außerdem sehr gute Schwimmer. Oft
baden sie in Flüssen oder Tümpeln oder kühlen sich in der Mittagshitze im
Wasser ab.

2) Nahrung und Jagd
Tiger jagen in der Nacht durch Anschleichen. Obwohl sie
über kurze Entfernungen sehr schnell sind, können sie keine schnellfüßige
Beute wie gesunde Hirsche einholen.
Der Tiger greift seine Beute von der Seite oder von hinten an. Er verlässt
sich dabei auf sein ausgezeichnetes Hör- und Sehvermögen, wodurch er
Beutetiere im Dunkeln aufspüren kann. Er greift erst an, wenn er bis auf
etwa 20 Meter an die Beute herangekommen ist.

Kleinere Tiere tötet er mit einem Biss in den Nacken. Größere Beute wird
durch einen Biss in die Kehle erstickt. Zum Fressen schleppt er das
gerissene Tier in ein Versteck. Wenn er satt ist, versteckt er den Kadaver
unter Blättern für später
Tiger bevorzugen Wild. Sie jagen Gaure (ein Wildrind) und Büffel. Ein
männlicher Gaur wiegt ungefähr 700 Kilogramm - mehr als doppelt so viel
wie der Tiger selbst. Obwohl er einen solchen Gegner fast immer töten
kann, greift der Tiger lieber sehr junge oder alte Tiere an, die nicht so viel
Widerstand leisten. Entgegen den meisten anderen Raubkatzen frisst er aber
oft auch halb verwestes Fleisch.
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In manchen Gebieten sind Indische Hirsche (Axishirsche), Wildscheine,
Affen und Eidechsen die Hauptbeute des Tigers. Ein erwachsener Tiger kann
pro Mahlzeit bis zu 40 Kilogramm Fleisch vertilgen!
Für Jagd und Selbstverteidigung von größter Bedeutung sind die
Zähne des
Tigers, besonders die langen spitzen Eckzähne. Wenn er sie durch Alter
oder Verletzung verliert, wachsen sie nicht mehr nach. Er kann dann keine
Beute mehr reißen und muss verhungern.
Diese großen Eckzähne sind noch Überbleibsel seines Vorfahren, des bereits
ausgestorbenen Säbelzahntigers. Er hatte besonders lange Eckzähne, die als
Stoßwaffen benutzt wurden. Sein Kiefer war unglaublich kräftig, wodurch er
seine Beute sehr leicht töten konnte.

3) Fortpflanzung
Königstiger erreichen ihre Geschlechtsreife mit 3 bis 4 Jahren. Etwa alle 2 Jahre pflanzen sie sich
fort.
Die Fortpflanzungszeit ist normalerweise der Frühling. Das Weibchen wird
in seinem Revier von einem benachbarten Männchen besucht. Die beiden
finden durch Gebrüll und Duftmarken zusammen. Sie bleiben zwischen 20 und 80 Tage zusammen, um sich zu paaren. In dieser Zeit
ist das Weibchen nur drei bis sieben Tage lang fruchtbar.
Nach der Paarung kehrt das Männchen in sein eigenes Revier zurück.
Nach ungefähr 15 Wochen wirft die Tigerin in einer Höhle
zwei bis vier Junge, die während
der ersten zehn Tage blind sind. Die Mutter säugt sie acht Wochen lang,
danach bringt sie ihnen kleine Beutestücke.
 Nach sechs Monaten lässt sie
die Jungen für einige Tage allein, um auf die Jagd zu gehen.
Wenn die Jungen größer sind, nimmt die Tigerin sie zum Jagen mit. Im alter
von elf Monaten können sie allein auf die Jagd gehen, und mit 16 Monaten
sind sie bereits kräftig genug, um größere Beutetiere zu reißen.
 Mit
zwei Jahren verlassen die Jungen die Mutter.
Leider stirb ungefähr die Hälfte aller jungen Tiger bevor sie die
Geschlechtsreife erlangt haben, das es sehr viele Feinde und Gefahren
gibt.
Hättest du's gewusst?
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Ein gefräßiger Tiger kann bis zu 30 Büffel im Jahr erlegen.
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Das Brüllen eines Tigers kann nachts über 2 Kilometer weit gehört werden.
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Auch Tiger schnurren. Hauskatzen schnurren beim Ein- und Ausatmen, Tiger
jedoch nur beim Ausatmen.
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Nach dem Erlegen der Beute beginnt der Tiger seine Mahlzeit immer am
Hinterteil.
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Im Jahr 1900 gab es in Indien grob
geschätzt 40 000 bis 50 000 Tiger. Bis zum Jahr 1972 fiel diese Zahl auf
1850, da auf diese schönen Tiere wegen ihres Fells und vieler Körperteile
(für Medikamente) ungehindert Jagd
gemacht wurde.

Er war vom Aussterben bedroht.
Deshalb wurde der Tiger unter Artenschutz gestellt, wodurch sich die Zahl
mittlerweile wieder auf etwa 4000 erhöhen konnte.
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