Wer kennt sie nicht, Harry Potters Schnee-Eule Hedwig? In der Welt der Zauberer werden Eulen als Haustiere gehalten, für uns "Muggel" sind sie als solche aber gar nicht geeignet! Hier kannst du mehr erfahren über Hedwig und ihre Verwandten!
 

1) Lebensweise

Die Schnee-Eule ist eine der größten und stärksten Eulen. Sie lebt in der Arktis, von Island und Skandinavien bis nach Ostsibirien, Alaska, Kanada und Grönland. Sie ist der größte Vogel der Arktis.
Am liebsten hält sie sich in felsigem Gelände auf. Dort kann sie nach Beutetieren, Feinden und geeigneten Nistplätzen Ausschau halten.
Männchen und Weibchen sehen nicht ganz gleich aus:

Das Gefieder der Männchen ist fast ganz weiß und kaum gefleckt. Das Weibchen ist kräftiger gemustert.

Das Weibchen hat auf der Oberseite der Brust und am Bauch dunkle Flecken und Linien. Es ist außerdem größer und schwerer als das Männchen und hat auch längere Krallen.


links: Weibchen, rechts: Männchen

Die Schnee-Eule ist ein Zugvogel. Wenn es zu viele Schnee-Eulen an einem Ort gibt oder wenn zu wenige Beutetiere da sind, fliegt sie nach Süden.

2) Fortpflanzung

Wenn ein Schnee-Eulen-Männchen ein Weibchen sucht, macht es lange, bellende Geräusche. In der dünnen Luft der Arktis kann man diesen Laut oft noch in zehn Kilometern Entfernung hören.
Manchmal jagt das Männchen andere Männchen, und es kommt zu kleinen Kämpfen in der Luft.

Weil es dort, wo die Schnee-Eule lebt, keine Bäume mehr gibt, baut sie ihr Nest in eine Mulde am Boden.

Die Schnee-Eule legt ihre Eier nicht alle gleichzeitig, sondern in Abständen. Wenn es später, wenn die Jungen geschlüpft sind, zu wenig Nahrung gibt, können wenigstens die älteren, kräftigeren Jungen überleben. Sie drängeln sich bei der Fütterung vor und töten und fressen sogar ihre jüngeren, schwächeren Geschwister.

Wie viele Eier eine Schnee-Eule legt, hängt davon ab, wie viel Nahrung vorhanden ist.

Ist viel Nahrung vorhanden, legt das Weibchen 10 bis 12 Eier, bei wenig Nahrung sind es drei oder vier.

Nach 43 bis 50 Tagen lernen die jungen Schnee-Eulen fliegen, und nach 60 Tagen sind sie schon selbständig.


Die jungen Schnee-Eulen
sind noch nicht weiß!

3) Nahrung

In der Arktis ernährt sich die Schnee-Eule hauptsächlich von Lemmingen. Das sind kleine Nagetiere. Manchmal macht sie Jagd auf Schneehasen und Vögel (Schneehühner, Möwen).

Anders als die meisten Eulen jagt die Schnee-Eule selten in der Nacht.

Sie sucht tagsüber nach ihren Beutetieren. Am liebsten jagt sie in der Morgen- und Abenddämmerung.
Sie beobachtet das Gelände von einem höher gelegenen Platz aus. Dann startet sie und gleitet über dem Boden, um ganz plötzlich auf ihre Beute hinab zu stoßen. Sie tötet sie mit ihren starken Fängen, die scharfe Krallen besitzen.

Im arktischen Sommer ist es fast immer Tag. Dafür herrscht im langen Winter fast ständig Finsternis.

Durch ihr Gefieder ist die Schnee-Eule gut gegen die Eiseskälte des arktischen Winters geschützt.
Während der Wintermonate gibt es nur wenig zu fressen. Die Schnee-Eule kann aber bis zu 40 Tage ohne Nahrung auskommen. Dann verbraucht sie ihre bis zu zwei Zentimeter dicke Fettschicht und bewegt sich so wenig wie möglich, um Energie zu sparen.

Hättest du's gewusst?

·         Wenn keine andere Nahrung zur Verfügung steht, essen Eskimos das Fleisch der Schnee-Eulen. Das taten sie schon in der Steinzeit, was Knochenfunde beweisen.
 

·         Nähern sich Feinde wie Wolf oder Eisfuchs dem Nest, greifen die Eulen den Eindringlich häufig mutig an und verpassen ihm Hiebe mit den Krallen. Weil verletzte Tiere eine leichtere Beute sind, täuscht manchmal Mutter oder Vater eine Verletzung vor, um den Angreifer von den Eiern oder den Jungen wegzulocken.
 

·         Die Schnee-Eule wird recht häufig in Gefangenschaft gehalten, da sie ziemlich anspruchslos ist. Aber: Schnee-Eulen sind wilde Tiere, keine Haustiere! In Gefangenschaft sind sie nicht glücklich!
 

 


 

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