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Schnuffel lag auf seiner Decke und schlief. Seine
Pfoten zuckten leicht, und er gab ein leises Bellen von sich - er träumte
nämlich. Ein Sonnenstrahl fiel durch das Fenster und kitzelte seine Nase.
"Hatschi", nieste er, dann schlief er weiter.
Schnuffel, der kleine Hund hatte ein weiß-braunes Fell und lange
Schlappohren. Er konnte damit sehr gut hören, und so entgingen ihm die
leisen Geräusche nicht, die jetzt im Haus zu hören waren. Lea und Felix,
die beiden Kinder, die hier mit ihren Eltern und Schnuffel lebten, waren
miteinander am
Flüstern.
"Pst", machte Lea. "Sei leise, damit Schnuffel nicht aufwacht."
Der kleine Hund streckte sich ausgiebig. Er war neugierig und wollte gerne
wissen, was die Kinder so Wichtiges zu besprechen hatten. Also schüttelte
er sich den letzten Schlaf aus den Ohren und schlich sich auf leisen
Pfoten näher an sie heran.
"Wo sind sie denn?", Felix wühlte in einer Kiste herum.
"Na endlich - gefunden!" Er nahm einige bunte Dinge heraus und zeigte sie
Lea. "Klasse", meinte die. "Probier mal, ob sie noch heil sind."
Schnuffel beobachtete staunend, wie der Junge ein kleines Ding zum Mund
führte und kräftig hinein blies. Er blies und blies, und - Schnuffel
wollte es kaum glauben - das Ding wurde immer größer und größer. Felix
Kopf war schon fast hinter der bunten Kugel verschwunden, da ließ er sie
plötzlich los. "Pfffffff", machte es, und das Ding zischte quer durch den
ganzen Raum.
Schnuffel bekam einen Riesenschreck. "Du meine Güte", dachte er. "Ich
wusste gar nicht, dass die Kinder in den bunten Kugeln Luft aufbewahren.
Felix muss sehr traurig sein, dass sein Behälter kaputt gegangen ist."
Der Junge sah aber überhaupt nicht unglücklich aus. Im Gegenteil, er
lachte
so
laut, dass er beinahe umfiel!
"Sei leise", mahnte Lea. "Sonst wird Schnuffel wach und wir wollen ihn
doch überraschen."
Beide Kinder schauten zu Schnuffel hin, der sich sofort auf seine Decke
gelegt hatte und so tat, als ob er schliefe.
"Der schläft wie ein Murmeltier", stellte Felix fest.
"Von wegen", dachte Schnuffel und schlich schon wieder hinter den beiden
her.
Lea und Felix waren in die Küche gegangen und kramten in einer Schublade
herum.
"Hier", Lea holte etwas heraus, das sah aus wie ein kleiner Stab. Der
kleine Hund sah genau hin. "Hm, wofür braucht man den denn?", überlegte
er.
"Ich werde Mama fragen, ob sie uns die Kerze anzündet", Lea lief aus der
Küche und kam kurze Zeit später mit dem brennenden Stab zurück. Ganz
vorsichtig
hielt sie ihn fest.
"Jetzt die Torte", bestimmte sie. Mit der Kerze in der Hand öffnete sie
die Kühlschranktür.
"Jetzt weiß ich's", voller Freude wedelte Schnuffel mit dem Schwanz. "Den
brennenden Stab braucht Lea, um im dunklen Kühlschrank etwas zu sehen.
Sonst findet sie die Torte nicht." |
"Ach nein", jetzt hatte es der kleine Hund auch
gemerkt. "Da drin ist ja schon ein Licht."
Während Lea die Kerze hielt, holte Felix ein großes Stück Kuchen heraus.
"Lecker", Schnuffel leckte sich begeistert die Schnauze. "Aber was hat
denn bloß dieser Stab mit der Torte zu tun?" Jetzt steckte das Mädchen die
Kerze mitten in den Kuchen hinein.
"Seltsam", wunderte sich Schnuffel. "Aber das kriege ich schon noch
heraus!"
"Hol du den Schnuffel", schlug Lea jetzt vor: "Ich trage schon mal den
Kuchen weg."
Felix nickte zustimmend, dann drehte er sich zur Tür um. Genau dorthin, wo
Schnuffel stand - vor Schreck blieb ihm fast das Herz stehen. Würde Felix
ihn entdecken?
"Warte", bat Lea da. "Bring erst noch die Luftballons mit." Erleichtert
sah der kleine Hund, wie Lea und Felix die Küche durch den zweiten Ausgang
verließen. "Puh", Schnuffel atmete auf. "Da habe ich ja noch mal Glück
gehabt. Fast hätten sie mich gesehen." So rasch wie er konnte, lief er
zurück zu seiner Decke und legte sich hin. Ganz schnell schlug sein Herz
vor Aufregung.
Wieder drang ein Geräusch an sein Ohr. Lauter diesmal, als das Flüstern
der Kinder vorhin. Er hob lauschend den Kopf. "Da ruft wohl jemand um
Hilfe", vermutete er. In diesem Moment kam Felix, um Schnuffel abzuholen.
"Du
bist wohl gerade wach geworden", lächelte er. "Komm mit, wir haben eine
Überraschung für dich." Neugierig folgte ihm der Hund.
Das Geräusch wurde lauter, als sie sich dem Kinderzimmer näherten. Mehrere
Menschen schienen dort zu rufen. "Eigentlich klingt es sehr schön",
überlegte Schnuffel. "Gar nicht so, als bräuchten sie meine Hilfe."
Felix öffnete die Tür, und der kleine Hund sah Lea und ihre Eltern, die
Luftballons in der Hand hielten und ein Lied sangen. "Herzlichen
Glückwunsch, Schnuffel", riefen sie. "Du hast heute Geburtstag."
"Geburtstag, ich?", der kleine Hund war ganz überrascht. "Das habe ich ja
gar nicht gewusst. Darum steckt also die Kerze im Kuchen, das ist meine
Geburtstagstorte." Er freute sich sehr.
Ein Geschenk bekam er auch. Es war eingewickelt, und er musste sich ganz
schön anstrengen, um das Papier mit Zähnen und Pfoten abzubekommen.
"Hey, das kenne ich", freute er sich. "Das runde Ding wirft man auf den
Boden, und dann springt es wieder hoch. Damit kann man die Erde glatt
machen."
"Nicht doch", Lea und Felix lachten. "Das ist ein Ball zum Spielen."
Schnuffel legte verlegen den Kopf schief:
"Na klar, das weiß ich doch. Ich hab´s nur in der Aufregung vergessen."
"Worauf wartet ihr noch?", Lea war ungeduldig. "Lasst uns rausgehen und
das neue Spielzeug ausprobieren." |