Jänner 07
 

Für Kids Geschichten Wissenswertes Geburtstage Spiele
 



 



 



 

Schnuffel lag auf seiner Decke und schlief. Seine Pfoten zuckten leicht, und er gab ein leises Bellen von sich - er träumte nämlich. Ein Sonnenstrahl fiel durch das Fenster und kitzelte seine Nase. "Hatschi", nieste er, dann schlief er weiter.
Schnuffel, der kleine Hund hatte ein weiß-braunes Fell und lange Schlappohren. Er konnte damit sehr gut hören, und so entgingen ihm die leisen Geräusche nicht, die jetzt im Haus zu hören waren. Lea und Felix, die beiden Kinder, die hier mit ihren Eltern und Schnuffel lebten, waren miteinander am Flüstern.
"Pst", machte Lea. "Sei leise, damit Schnuffel nicht aufwacht."
Der kleine Hund streckte sich ausgiebig. Er war neugierig und wollte gerne wissen, was die Kinder so Wichtiges zu besprechen hatten. Also schüttelte er sich den letzten Schlaf aus den Ohren und schlich sich auf leisen Pfoten näher an sie heran.
"Wo sind sie denn?", Felix wühlte in einer Kiste herum.
"Na endlich - gefunden!" Er nahm einige bunte Dinge heraus und zeigte sie Lea. "Klasse", meinte die. "Probier mal, ob sie noch heil sind."
Schnuffel beobachtete staunend, wie der Junge ein kleines Ding zum Mund führte und kräftig hinein blies. Er blies und blies, und - Schnuffel wollte es kaum glauben - das Ding wurde immer größer und größer. Felix Kopf war schon fast hinter der bunten Kugel verschwunden, da ließ er sie plötzlich los. "Pfffffff", machte es, und das Ding zischte quer durch den ganzen Raum.
Schnuffel bekam einen Riesenschreck. "Du meine Güte", dachte er. "Ich wusste gar nicht, dass die Kinder in den bunten Kugeln Luft aufbewahren. Felix muss sehr traurig sein, dass sein Behälter kaputt gegangen ist."
Der Junge sah aber überhaupt nicht unglücklich aus. Im Gegenteil, er lachte so laut, dass er beinahe umfiel!
"Sei leise", mahnte Lea. "Sonst wird Schnuffel wach und wir wollen ihn doch überraschen."
Beide Kinder schauten zu Schnuffel hin, der sich sofort auf seine Decke gelegt hatte und so tat, als ob er schliefe.
"Der schläft wie ein Murmeltier", stellte Felix fest.
"Von wegen", dachte Schnuffel und schlich schon wieder hinter den beiden her.
Lea und Felix waren in die Küche gegangen und kramten in einer Schublade herum.
"Hier", Lea holte etwas heraus, das sah aus wie ein kleiner Stab. Der kleine Hund sah genau hin. "Hm, wofür braucht man den denn?", überlegte er.
"Ich werde Mama fragen, ob sie uns die Kerze anzündet", Lea lief aus der Küche und kam kurze Zeit später mit dem brennenden Stab zurück. Ganz vorsichtig hielt sie ihn fest.
"Jetzt die Torte", bestimmte sie. Mit der Kerze in der Hand öffnete sie die Kühlschranktür.
"Jetzt weiß ich's", voller Freude wedelte Schnuffel mit dem Schwanz. "Den brennenden Stab braucht Lea, um im dunklen Kühlschrank etwas zu sehen. Sonst findet sie die Torte nicht."

"Ach nein", jetzt hatte es der kleine Hund auch gemerkt. "Da drin ist ja schon ein Licht."
Während Lea die Kerze hielt, holte Felix ein großes Stück Kuchen heraus.
"Lecker", Schnuffel leckte sich begeistert die Schnauze. "Aber was hat denn bloß dieser Stab mit der Torte zu tun?" Jetzt steckte das Mädchen die Kerze mitten in den Kuchen hinein.
"Seltsam", wunderte sich Schnuffel. "Aber das kriege ich schon noch heraus!"
"Hol du den Schnuffel", schlug Lea jetzt vor: "Ich trage schon mal den Kuchen weg."
Felix nickte zustimmend, dann drehte er sich zur Tür um. Genau dorthin, wo Schnuffel stand - vor Schreck blieb ihm fast das Herz stehen. Würde Felix ihn entdecken?
"Warte", bat Lea da. "Bring erst noch die Luftballons mit." Erleichtert sah der kleine Hund, wie Lea und Felix die Küche durch den zweiten Ausgang verließen. "Puh", Schnuffel atmete auf. "Da habe ich ja noch mal Glück gehabt. Fast hätten sie mich gesehen." So rasch wie er konnte, lief er zurück zu seiner Decke und legte sich hin. Ganz schnell schlug sein Herz vor Aufregung.
Wieder drang ein Geräusch an sein Ohr. Lauter diesmal, als das Flüstern der Kinder vorhin. Er hob lauschend den Kopf. "Da ruft wohl jemand um Hilfe", vermutete er. In diesem Moment kam Felix, um Schnuffel abzuholen.
"Du bist wohl gerade wach geworden", lächelte er. "Komm mit, wir haben eine Überraschung für dich." Neugierig folgte ihm der Hund.
Das Geräusch wurde lauter, als sie sich dem Kinderzimmer näherten. Mehrere Menschen schienen dort zu rufen. "Eigentlich klingt es sehr schön", überlegte Schnuffel. "Gar nicht so, als bräuchten sie meine Hilfe."
Felix öffnete die Tür, und der kleine Hund sah Lea und ihre Eltern, die Luftballons in der Hand hielten und ein Lied sangen. "Herzlichen Glückwunsch, Schnuffel", riefen sie. "Du hast heute Geburtstag." "Geburtstag, ich?", der kleine Hund war ganz überrascht. "Das habe ich ja gar nicht gewusst. Darum steckt also die Kerze im Kuchen, das ist meine Geburtstagstorte." Er freute sich sehr.
Ein Geschenk bekam er auch. Es war eingewickelt, und er musste sich ganz schön anstrengen, um das Papier mit Zähnen und Pfoten abzubekommen.
"Hey, das kenne ich", freute er sich. "Das runde Ding wirft man auf den Boden, und dann springt es wieder hoch. Damit kann man die Erde glatt machen."
"Nicht doch", Lea und Felix lachten. "Das ist ein Ball zum Spielen." Schnuffel legte verlegen den Kopf schief:
"Na klar, das weiß ich doch. Ich hab´s nur in der Aufregung vergessen."
"Worauf wartet ihr noch?", Lea war ungeduldig. "Lasst uns rausgehen und das neue Spielzeug ausprobieren."

Zurück Weiter
 

© 2003 VS Guntramsdorf
Design und Inhalte von Karin Brunowsky
Die VS Guntramsdorf distanziert sich von den Inhalten verlinkter Seiten und kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden.