September 06
 

Für Kids Geschichten Wissenswertes Geburtstage Spiele
 



L
u c i e   k a u f t   E i s

(Teil 1)
 


Endlich war es soweit. Lucie hüpfte aufgeregt auf und ab. Heute würde sie ihr erstes Taschengeld bekommen. Den ganzen Morgen hatte sie schon überlegt, was sie sich davon kaufen würde. Gummibärchen mochte sie gern, aber eine ganze Tüte voll war bestimmt zu teuer. Lustige Klebebilder wären auch toll oder ein Regenbogen-Stift, mit dem sie in vier Farben gleichzeitig würde malen und schreiben können. Aber dann hatte sie sich doch anders entschieden. Sie würde sich Eis kaufen. Eine große Kugel Erdbeereis, das mochte sie am allerliebsten.
Lucies Mama lächelte, als sie merkte, wie aufgeregt das Mädchen war. Dann holte sie vier Geldstücke aus ihrer Börse.
"Hier, das ist für dich. Dein Taschengeld", sagte sie. Stolz nahm Lucie die Münzen in die Hand.
Lucie freute sich. Ihr Taschengeld würde für ein Eis reichen.
"Wer hat eigentlich das Geld erfunden?", fragte sie dann.
"Geld gibt es schon sehr lange", erklärte ihre Mutter. "Die ersten richtigen Münzen gab es ungefähr 650 Jahre vor Jesu Geburt in Kleinasien. Damals regierte der König Krösus."
"Und vorher?", wollte Lucie wissen.
"Ganz am Anfang haben die Menschen die Sachen, die sie haben wollten gegen andere Waren eingetauscht. Aber das war schon bald unpraktisch. Denn man musste immer jemanden finden, der genau das brauchen konnte, was man selber hatte."
"Das ist doch leicht", behauptete Lucie. "Irgendwen findet man doch immer, der mit einem tauscht."
"So einfach war das nicht", ihre Mutter schüttelte den Kopf. "Stell dir vor, du hättest Kräuter gesammelt und wolltest sie gegen Fische tauschen."
"Igitt, Fisch", stöhnte Lucie.
"Ist doch nur ein Beispiel", lachte ihre Mama. "Du wolltest also Fische haben. Der Fischer brauchte aber keine Kräuter, sondern ein neues Netz. Schon wurde es schwierig."

Lucie zuckte mit den Schultern und grinste. "Den hätte ich schon überredet."
Die Mutter lachte. "Das glaube ich dir." Und dann schenkte sie Lucie noch etwas, worin sie ihr Taschengeld aufbewahren konnte. Glücklich lief Lucie mit ihrer neuen Geldbörse zum Eisgeschäft.
"Eine Kugel Erdbeereis", bestellte sie. Der Verkäufer nahm eine knusprige Tüte aus dem Ständer und tat eine große Eiskugel hinein.
"60 Cent", verlangte er. Lucie legte stolz ihre Münzen auf den Tresen und bezahlte.
"Guten Appetit", wünschte der Eisverkäufer.
Gerade wollte Lucie an ihrem Eis lecken, als ihr plötzlich ein kleiner Hund zwischen die Beine lief. Sie stolperte. Vor Schreck ließ sie das Eis los, das natürlich auf den Boden fiel.
"Schlabber, schlabber, schleck", machte es, und schon hatte der Hund das ganze Erdbeereis aufgeleckt.
"Hey, das war mein Eis", beschwerte sich Lucie.
"Tut mir leid", entschuldigte sich der Hund. "Als ich die Kugel auf dem Boden sah, konnte ich nicht widerstehen."
Lucie war sehr traurig. Ihr erstes selbst gekauftes Eis, und sie hatte nicht einmal davon gekostet. Als der Hund merkte, wie unglücklich das Mädchen war, schämte er sich sehr. Dann rannte er schnell los und holte etwas für Lucie.
"Das schenke ich dir", sagte er. "Es ist mein Lieblingsball, und jetzt schenke ich ihn dir. Bitte sei nicht mehr traurig."
"Das ist nett von dir", bedankte sich Lucie. Aber unglücklich war sie trotzdem noch. Dann fiel ihr ein, was ihre Mama ihr vorhin erzählt hatte. Nachdenklich sah sie auf den Ball und blickte dann zum Eisverkäufer hinüber.
 

Was überlegte Lucie wohl? Wird sie doch noch zu ihrem Eis kommen? Wenn du es wissen willst, lies nächsten Monat weiter!

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