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Endlich
war es soweit. Lucie hüpfte aufgeregt auf und ab. Heute würde sie ihr
erstes Taschengeld bekommen. Den ganzen Morgen hatte sie schon überlegt,
was sie sich davon kaufen würde. Gummibärchen mochte sie gern, aber eine
ganze Tüte voll war bestimmt zu teuer. Lustige Klebebilder wären auch toll
oder ein Regenbogen-Stift, mit dem sie in vier Farben gleichzeitig würde
malen und schreiben können. Aber dann hatte sie sich doch anders
entschieden. Sie würde sich Eis kaufen. Eine große Kugel Erdbeereis, das
mochte sie am allerliebsten.
Lucies Mama lächelte, als sie merkte, wie aufgeregt das Mädchen war. Dann
holte sie vier Geldstücke aus ihrer Börse.
"Hier, das ist für dich. Dein Taschengeld", sagte sie. Stolz nahm Lucie
die Münzen in die Hand.
Lucie freute sich. Ihr Taschengeld würde für
ein Eis reichen.
"Wer hat eigentlich das Geld erfunden?", fragte sie dann.
"Geld gibt es schon sehr lange", erklärte ihre Mutter. "Die ersten
richtigen Münzen gab es ungefähr 650 Jahre vor Jesu Geburt in Kleinasien.
Damals regierte der König Krösus."
"Und vorher?", wollte Lucie wissen.
"Ganz am Anfang haben die Menschen die Sachen, die sie haben wollten gegen
andere Waren eingetauscht. Aber das war schon bald unpraktisch. Denn man
musste immer jemanden finden, der genau das brauchen konnte, was man
selber hatte."
"Das ist doch leicht", behauptete Lucie. "Irgendwen findet man doch immer,
der mit einem tauscht."
"So einfach war das nicht", ihre Mutter schüttelte den Kopf. "Stell dir
vor, du hättest Kräuter gesammelt und wolltest sie gegen Fische tauschen."
"Igitt, Fisch", stöhnte Lucie.
"Ist doch nur ein Beispiel", lachte ihre Mama. "Du wolltest also Fische
haben. Der Fischer brauchte aber keine Kräuter, sondern ein neues Netz.
Schon wurde es schwierig." |
Lucie
zuckte mit den Schultern und grinste. "Den hätte ich schon überredet."
Die Mutter lachte. "Das glaube ich dir." Und dann schenkte sie Lucie noch
etwas, worin sie ihr Taschengeld aufbewahren konnte. Glücklich lief Lucie
mit ihrer neuen Geldbörse zum Eisgeschäft.
"Eine Kugel Erdbeereis", bestellte sie. Der
Verkäufer nahm eine knusprige
Tüte aus dem Ständer und tat eine große Eiskugel hinein.
"60 Cent", verlangte er. Lucie legte stolz ihre Münzen auf den Tresen und
bezahlte.
"Guten Appetit", wünschte der Eisverkäufer.
Gerade wollte Lucie an ihrem Eis lecken, als ihr plötzlich ein kleiner
Hund zwischen die Beine lief. Sie stolperte. Vor Schreck ließ sie das Eis
los, das natürlich auf den Boden fiel.
"Schlabber, schlabber, schleck", machte es, und schon hatte der Hund das
ganze Erdbeereis aufgeleckt.
"Hey, das war mein Eis", beschwerte sich Lucie.
"Tut mir leid", entschuldigte sich der Hund. "Als ich die Kugel auf dem
Boden sah, konnte ich nicht widerstehen."
Lucie war sehr traurig. Ihr erstes selbst gekauftes Eis, und sie hatte
nicht einmal davon gekostet. Als der Hund merkte, wie unglücklich das
Mädchen war, schämte er sich sehr. Dann rannte er schnell los und holte
etwas für Lucie.
"Das schenke ich dir", sagte er. "Es ist mein Lieblingsball, und jetzt
schenke ich ihn dir. Bitte sei nicht mehr traurig."
"Das ist nett von dir", bedankte sich Lucie. Aber unglücklich war sie
trotzdem noch. Dann fiel ihr ein, was ihre Mama ihr vorhin erzählt hatte.
Nachdenklich sah sie auf den Ball und blickte dann zum Eisverkäufer
hinüber.
Was überlegte Lucie wohl? Wird sie doch noch zu
ihrem Eis kommen? Wenn du es wissen willst, lies nächsten Monat weiter! |