Juli, Aug. 06
 

Für Kids Geschichten Wissenswertes Geburtstage Spiele

 


 

D i e   F e e n p r i n z e s s i n

( T e i l   2 )
 


 

"Immerhin hat er uns verraten, wohin wir jetzt gehen müssen", freute sich Lena ...
Irgendwann kamen sie in die Wüterich-Schlucht. Darin standen einige Bäume, und ein schmaler Weg führte hindurch. An den Seiten waren hohe Felsen. Von dort bröckelte immer wieder etwas herab. Die beiden mussten gut aufpassen, um nicht von den Steinen getroffen zu werden.
"Warum nennt man diese Gegend eigentlich so?", wollte Lena wissen.
"Ich weiß es nicht mehr", gab die Biene zu. "Irgendwie habe ich das Gefühl, wir finden es noch heraus", grübelte das Mädchen.
Endlich kamen sie an eine Höhle. "Das ist der richtige Ort, hier werden wir die Prinzessin finden!"
Die Biene flog mutig voraus. Plötzlich hörten sie ein lautes Brummen vor der Höhle.
"Ein Bär", flüsterte Lena. "Der bewacht bestimmt den Eingang. Wir müssen ihn irgendwie weglocken."
"Soll ich ihn stechen?" Die Biene zeigte stolz ihren Stachel. Lena schüttelte den Kopf: "Ich habe eine bessere Idee", und sie holte das Honigschälchen aus ihrem Rucksack heraus. "Damit locken wir den Bären weg."
Lena überlegte, worauf sie den Honig verteilen könne. Dann fiel ihr etwas ein.
Sie strich den Honig auf einige Blätter an den Bäumen. Danach flog die Biene auf den Bären zu und summte um seinen Kopf herum. Der Bär ärgerte sich und schlug mit den Pfoten nach dem lästigen Tier.
"Du kriegst mich nicht, du kriegst mich nicht", jubelte die Biene und flog ihm haarscharf an der Nase vorbei. Der Bär wurde jetzt richtig wütend, brummte laut und wollte unbedingt die Biene fangen. Die nahm Reißaus, achtete aber darauf, dass ihr der Bär auch zu den süßen Blättern folgte. Dann flog sie davon.
Der Bär schüttelte sich heftig, dann roch seine feine Nase den Honigduft. "Hm, hm, hm", freute er sich und begann damit, die Blätter abzulecken. "Gut gemacht", lobte Lena.

Die Biene schnaufte laut, sie war ganz außer Atem. "Beeilen wir uns lieber", meinte sie. "Bevor er mit dem Fressen fertig ist." Sie liefen in die Höhle hinein. Darin war es dunkel, doch sie konnten die Feenprinzessin singen hören.
Die Stimme wies ihnen den Weg und bald kamen sie zu einer Tür mit einem großen Schloss. "Da ist es", Lena kramte den Schlüssel aus dem Rucksack. Bevor sie ihn jedoch ins Schloss stecken konnte, sprang plötzlich ein Kobold auf sie zu.
"Mach dass du weg kommst", drohte er. "Die Prinzessin bleibt hier für immer gefangen!"
Lena schluckte ängstlich und schaute auf den Kobold, der wütend auf und ab sprang und dabei laut kreischte.
"Jetzt weiß ich es wieder!" Die Biene brachte sich schnell auf Lenas Schulter in Sicherheit. "Das ist der Wüterich, von der diese Schlucht ihren Namen hat. Er ist auf alle böse und lässt niemanden hier herein."
Lena begann zu weinen. So weit war sie gekommen und jetzt war alles umsonst gewesen. Sie würde die Prinzessin nicht befreien können. Das Mädchen schluchzte laut, eine Träne lief an ihrer Nasenspitze herunter und fiel genau auf den Kopf des Kobolds, der immer noch um sie herum wütete. Auf einmal war Ruhe.
Der Kobold schüttelte sich, als würde ein böser Zauber von ihm abfallen und blickte Lena freundlich an. "Ich danke dir", sagte er. "Nur die Träne eines Menschenkindes konnte mich erlösen. Jetzt darf ich endlich diese Schlucht verlassen."
Vorher half er Lena aber noch, die Tür mit dem Schlüssel zu öffnen und die Feenprinzessin zu befreien.
"Ich wusste, dass du es schaffst, den bösen Zauber zu brechen", freute die sich. "Jetzt können Feen und Kobolde endlich wieder friedlich zusammen leben." Und weil die Prinzessin so glücklich darüber war, schenkte sie Lena ihre Krone zur Erinnerung.

 

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