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"Immerhin hat er uns verraten, wohin wir jetzt gehen müssen", freute sich
Lena ...
Irgendwann kamen sie in
die Wüterich-Schlucht. Darin standen einige Bäume, und ein schmaler Weg
führte hindurch. An den Seiten waren hohe Felsen. Von dort
bröckelte immer wieder etwas herab. Die beiden mussten gut aufpassen, um
nicht von den Steinen getroffen zu werden.
"Warum nennt man diese Gegend eigentlich so?", wollte Lena wissen.
"Ich weiß es nicht mehr", gab die Biene zu. "Irgendwie habe ich das
Gefühl, wir finden es noch heraus", grübelte das Mädchen.
Endlich kamen sie an eine Höhle. "Das ist der richtige Ort, hier werden
wir die Prinzessin finden!"
Die Biene flog mutig voraus. Plötzlich hörten sie ein lautes Brummen vor
der Höhle.
"Ein Bär", flüsterte Lena. "Der bewacht bestimmt den Eingang. Wir müssen
ihn irgendwie weglocken."
"Soll ich ihn stechen?" Die Biene
zeigte stolz ihren Stachel. Lena schüttelte den Kopf: "Ich habe eine
bessere Idee", und sie holte das Honigschälchen aus ihrem Rucksack heraus.
"Damit locken wir den Bären weg."
Lena überlegte, worauf sie den Honig verteilen könne. Dann fiel ihr etwas
ein.
Sie
strich den Honig auf einige Blätter an den Bäumen. Danach flog die Biene
auf den Bären zu und summte um seinen Kopf herum. Der Bär ärgerte sich und
schlug mit den Pfoten nach dem lästigen Tier.
"Du kriegst mich nicht, du kriegst mich nicht", jubelte die Biene und flog
ihm haarscharf an der Nase vorbei. Der Bär wurde jetzt richtig wütend,
brummte laut und wollte unbedingt die Biene fangen. Die nahm Reißaus,
achtete aber darauf, dass ihr der Bär auch zu den süßen Blättern folgte.
Dann flog sie davon.
Der Bär schüttelte sich heftig, dann roch seine feine Nase den Honigduft.
"Hm, hm, hm", freute er sich und begann damit, die Blätter abzulecken.
"Gut gemacht", lobte Lena. |
Die Biene schnaufte
laut, sie war ganz außer Atem. "Beeilen wir uns lieber", meinte sie.
"Bevor er mit dem Fressen fertig ist." Sie liefen in die Höhle hinein.
Darin war es dunkel, doch sie konnten die Feenprinzessin singen hören.
Die Stimme wies ihnen den Weg und bald kamen sie zu einer Tür mit einem
großen Schloss. "Da ist es", Lena kramte den Schlüssel aus dem
Rucksack. Bevor sie ihn jedoch ins Schloss stecken konnte, sprang
plötzlich ein Kobold auf sie zu.
"Mach dass du weg kommst", drohte er. "Die Prinzessin bleibt hier für
immer gefangen!"
Lena
schluckte ängstlich und schaute auf den Kobold, der wütend auf und ab
sprang und dabei laut kreischte.
"Jetzt weiß ich es wieder!" Die Biene brachte sich schnell auf Lenas
Schulter in Sicherheit. "Das ist der Wüterich, von der diese Schlucht
ihren Namen hat. Er ist auf alle böse und lässt niemanden hier herein."
Lena begann zu weinen. So weit war sie gekommen und jetzt war alles
umsonst gewesen. Sie würde die Prinzessin nicht befreien können. Das
Mädchen schluchzte laut, eine Träne lief an ihrer Nasenspitze herunter und
fiel genau auf den Kopf des Kobolds, der immer noch um sie herum
wütete. Auf einmal war Ruhe.
Der Kobold schüttelte sich, als würde ein böser Zauber von ihm abfallen
und blickte Lena freundlich an. "Ich danke dir", sagte er. "Nur die Träne
eines Menschenkindes konnte mich erlösen. Jetzt darf ich endlich diese
Schlucht verlassen."
Vorher half er Lena aber noch, die Tür mit dem Schlüssel zu öffnen und die
Feenprinzessin zu befreien.
"Ich wusste, dass du es schaffst, den bösen Zauber zu brechen", freute die
sich. "Jetzt können Feen und Kobolde endlich wieder friedlich zusammen
leben." Und weil die Prinzessin so glücklich darüber war, schenkte sie
Lena ihre Krone zur Erinnerung. |