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Sanft
wie eine Feder landete die kleine Fee Glöckchen auf dem Fensterbrett. Aus
ihrer Tasche holte sie etwas glitzernden Feenstaub, den sie durch das
geöffnete Fenster in Lenas Kinderzimmer blies. Dann wartete sie gespannt.
Würde der Zauber des Verstehens wirken?
"Ich brauche dringend deine Hilfe", versuchte sie es. Lena war damit
beschäftigt einen Turm zu bauen. Als sie die Feenstimme hörte, wollte sie
gerade den letzten Spielstein auf die Spitze legen.
Überrascht ließ sie die Hand sinken.
Erst hörte Lena nur ein leises Klingeln, doch dann tat der Feenstaub
seine Wirkung, und sie konnte die Fee
verstehen.
"Bitte rette die Feenprinzessin!" Glöckchen
sah das Mädchen ganz verzweifelt an. "Sie wird von Kobolden gefangen
gehalten, die alle Feen aus dem Zauberreich vertreiben wollen." "Und wie
soll ich das machen?", wollte Lena wissen.
"Du musst den Schlüssel finden und die Tür öffnen, hinter der sie gefangen
ist."
Lena überlegte kurz, dann nickte sie. Erleichtert atmete Glöckchen auf und
reichte dem Mädchen die Hand. Lena steckte schnell noch etwas in ihren
Rucksack.
Schon flogen sie gemeinsam zum Zauberreich. "Weiter kann ich dich
nicht begleiten", bedauerte Glöckchen. "Pass gut auf, damit dich die
Kobolde nicht entdecken."
Lena machte sich auf den Weg.
"Hm", dachte sie. "So viel anders als in einem
normalen
Wald sieht es hier gar nicht aus. Allerdings ist alles bunter, und die
Blumen und Pilze sind viel größer und scheinen mich anzusehen."
Eine große, pummelige Biene krabbelte über eine Blüte und steckte den Kopf
tief hinein. Lena beugte sich
vor, um das Tier besser sehen zu können. "Lecker", hörte sie die Biene
seufzen. "Aber die Glockenblume da vorne hat bestimmt noch süßeren
Nektar." Sie flog zur nächsten Blüte weiter und versuchte sich daran
festzuhalten. Die Blume hatte jedoch nur einen dünnen Stängel, und dieser
bog sich unter ihrem Gewicht durch. Aber die Biene war viel zu dickköpfig,
um loszulassen. Und so kam es, wie es kommen musste. Beim nächsten kleinen
Windstoß schüttelte sich die Glockenblume leicht. Die Biene konnte sich
nicht mehr halten und begann hinunter zu rutschen. "Oh weh, oh weh",
klagte sie, aber loslassen und davonfliegen wollte sie auf keinen Fall.
Sie rutschte und rutschte -
bis sie auf dem Boden in einer Pfütze landete. Heftig schlug sie mit ihren
dünnen Flügeln, um nicht unterzugehen, da streckte Lena die Hand aus und
hob sie vorsichtig heraus.
"Danke", brummte die Biene und begann das Wasser von ihren Fühlern zu
putzen. "Aber das wäre nicht nötig gewesen, ich wollte nur ein Bad
nehmen."
"Ach so", meinte Lena. "Soll ich dich wieder hineinlegen?"
Die Biene zuckte leicht zusammen. "Nicht nötig", versicherte sie schnell.
"Ich war schon fertig." Dann blickte sie verschmitzt zu Lena hoch. "Ich
will dir etwas schenken, damit du bald so stark wirst, wie ich es bin."
Mit diesen Worten gab die Biene Lena in Schälchen Honig.
"Danke!", freute sich das Mädchen und stellte das Schälchen vorsichtig
in ihren Rucksack. "Den werde ich mir gut schmecken lassen, wenn ich
später Hunger bekomme. Jetzt muss ich aber weiter, um die Feenprinzessin
zu befreien." |
Schnell flog die
Biene auf ihre Schulter. "Ich komme mit", entschied sie. Gemeinsam zogen
sie weiter, nur hin und wieder machte die Biene einen kleinen Abstecher zu
einer besonders leckeren Blüte.
Plötzlich
hörte Lena ein wütendes Kreischen und blickte erschreckt auf. Ein
Kobold mit spitzen Ohren stürzte auf sie zu. Lena rannte davon, so schnell
sie nur konnte. Dabei übersah sie einen kleinen Hügel im Boden, stolperte
und fiel hin. "Hey, du machst mein Haus kaputt", beschwerte sich ein
dunkles Tier. Lena hob den Kopf.
"Entschuldige", bat sie. "Ich hab's nicht mit Absicht gemacht."
Ein Maulwurf schaute aus dem kaputten Erdhaufen und schnaufte wütend. "Der
komische Hügel, wie du ihn nennst, ist der Eingang zu meinem Zuhause. Und
darin befindet sich ein kostbareres, glänzendes Ding, das ich gefunden
habe."
Neugierig kam Lena näher? "Welches glänzende Ding?"
Der Maulwurf verschwand kurz in der Erde und kam mit einem großen
glänzenden Schlüssel zurück.
"Das ist der Schlüssel, den ich brauche, um die Feenprinzessin zu
befreien", wusste Lena. "Bitte gib ihn mir."
"Kommt nicht in Frage", meinte der
Maulwurf
ärgerlich. "Er ist das Wertvollste was ich besitze und glitzert so schön.
Sonst ist es unter der Erde immer nur dunkel, es gibt nichts Buntes dort."
Lena runzelte die Stirn, dann fiel ihr etwas ein. "Ich schenke dir meinen
Spielstein dafür", schlug sie vor und holte ihn aus der Tasche heraus.
Er leuchtete im Sonnenlicht. Der Maulwurf bekam große Augen und griff
hastig danach. "In Ordnung, ich tausche mit dir."
"Weißt du vielleicht auch, wo die Prinzessin gefangen gehalten wird?",
wollte Lena wissen.
"Ich weiß es, aber ich verrate es erst, wenn du mein Rätsel löst",
verlangte er. Und er stellte eine ganz knifflige Frage.
"Was
ist das?
Es ist
gold und glatt und spitz.
Prinzessinnen tragen es auf dem Kopf."
"Ich weiß es!" Die Biene summte aufgeregt. "Eine Honigwabe, das ist
doch klar."
"Falsch!" Entschieden schüttelte der Maulwurf den Kopf. "Und was meinst
du?" Gespannt schaute er das Mädchen an.
Lena dachte nach, dann hatte sie das Gefühl, eine Kinderstimme flüstere
ihr die
Lösung zu.
"Eine Krone!", sagte sie. "Sie ist aus Gold, fühlt sich glatt an, wenn man
darüber streicht, aber hat auch gleichzeitig mehrere Spitzen."
"Stimmt", knurrte der Maulwurf und begann sich einzugraben. Einige Brocken
Erde fielen auf die Biene, die gerade noch zur Seite springen konnte,
bevor sie verschüttet wurde.
"Halt", rief sie. "Du musst dein Versprechen halten und uns sagen, wo die
Prinzessin ist. Sonst, sonst - sonst steche ich dich in den Po."
"In
der Wüterich-Schlucht", zischte der Maulwurf. Er ärgerte sich, dass sein
Rätsel gelöst worden war. Dann war von ihm nichts mehr zu sehen.
"So ein unangenehmer Kerl" Die Biene schüttelte sich die restliche Erde
von den Flügeln.
"Immerhin hat er uns verraten, wohin wir jetzt gehen müssen", freute sich
Lena ...
Wenn du wissen
willst, wie die Geschichte ausgeht, lies nächsten Monat weiter! |